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06.04.

Beim Auschecken auf Bali lernte ich eine Französin kennen, die auch nach Kuta musste, also beschlossen wir uns, den Weg zu teilen. Anstatt den „offiziellen“ Transfers organisierten wir uns einen privaten Transfer, das kam uns im Endeffekt günstiger. Die wollen einem ja Preise unterjubeln, das ist unglaublich. Schlussendlich lassen sie sich oft bis zu einem Zehntel des ursprünglichen Preises runterhandeln, man muss nur hartnäckig genug sein und nicht unbedingt beim erstbesten einsteigen. In Kuta angekommen checkte ich in mein Hotelzimmer ein, bevor wir noch gemeinsam essen gingen. Wir gingen zum „Circle-K“, wo jede Menge heimischer Restaurants sind, auch hier wurden wir von duzenden Verkäufern angesprochen, welche uns ihre Karte vor die Nase hielten und uns in ihr Restaurant locken wollten. Lustig, aber irgendwie sehr hektisch, wenn man einfach nur seinen Tag ruhig ausklingen lassen wollte. Nach dem Essen versuchten wir ihr Hotel zu finden und fragten uns durch, bis wir dort angelangt waren. Ihre Freunde waren dort aber nicht eingecheckt, stattdessen fand sie später in ihrem Email-Posteingang eine Nachricht, dass sie ein paar Kilometer weiter in einem anderen Hotel waren. So trennten sich unsere Wege wieder und ich ging zurück in mein Hotel, um schließlich auch schlafen zu gehen, da der Flug ja schon recht spät war, war es auch bereits Zeit fürs Bett. 

Montag morgen weckte mich der Umgebungslärm in Kuta, im Hof des Hotels reparierte einer seine Mopeds. „Hotels“ darf man nicht wirklich mit Hotels von uns zu Hause vergleichen. Alles, wo man schlafen kann, nennt sich hier Hotel. Klassische Jugendherbergen mit Mehrbettzimmern gibt es jedenfalls nicht, nur einzelne Zimmer, wobei auch meist ein Doppelbett drin ist. Ich hatte ein sehr geräumiges Zimmer mit Doppelbett und eigenem Badezimmer, wenn man das so nennen darf, wenn auch das Zimmer sehr spartanisch eingerichtet war, dafür aber auch mit Klimaanlage, wofür ich aber auch extra bezahlte. Im Bad fand ich erst die Dusche nicht wirklich, bis ich drauf kam, dass der Brausekopf inmitten des Raums einfach aus der Wand kommt und das komplette Badezimmer fünf Zentimeter unter Wasser steht, nachdem man eine Dusche genommen hat, mit einem Abfluss durch ein Loch in der Wand. Na gut, ist eine Dusche. Aber für 10 Euro pro Nacht für das Zimmer mit Klimaanlage kann man auch nicht meckern. Ich hatte auch das oberste Zimmer mit riesiger Terrasse und toller Aussicht über die Dächer der umliegenden Gebäude, man hätte meinen können, dass hier die Hauseigentümer wohnten. Gut, nach dem Frühstück im Hotel (zwei Scheiben Toast mit einem Ei dazwischen) machte ich mich auf einen Spaziergang durch Kuta. Eine anstrengende Sache, sage ich Euch. In den hunderten Läden auf der Straße wollen sie einem alles mögliche verkaufen, von jedem Verkäufer wirst du angesprochen und aufgehalten, jeder will dass du bei ihm etwas kaufst. Ein ruhiger Spaziergang ist hier absolut nicht möglich, es vergeht keine halbe Minute, in welcher man nicht angesprochen oder irgendwo hinein gezerrt wird. Wenigstens sind sie dann aber auch nicht böse, wenn man nichts kauft, im Allgemeinen sind die Indonesen sehr hilfsbereit und zuvorkommend, nur wollen sie einem alles mögliche verkaufen. Hundert Mal wird dir auch ein Transport („Need transport?“) oder das Mieten eines Mopeds („Motorbike?) angeboten, also wegen Fortbewegungsmöglichkeiten braucht man sich dort wirklich keine Gedanken zu machen! Lustig sind auch die „privaten Tankstellen“, normale Läden auf der Straße, wo Souvenirs oder Kleidung oder Lebensmittel verkauft werden, und eben Benzin in Vodkaflaschen, die direkt auf der Straße in der Sonne stehen. Schon extrem irgendwie. Da fällt mir als Gegensatz Chile ein, wo man beim Auftanken von Kanistern nur noch fünf Liter Benzin tanken darf, und nicht mehr. Und hier steht der Benzin in der Sonne rum, krass. Prinzipiell kommt einem hier vor, dass es keine Regeln gibt, mit dem Moped wird überall gefahren, wo es möglich ist: Gegen die Richtung, auf dem Gehsteig, in den engsten Gassen, überall. Total egal. Irgendwie lustig, aber anstrengend gleichermaßen. Auch wenn es viele Internetcafes gibt, war es nicht so leicht, eine Internetmöglichkeit für meinen Laptop zu finden, schließlich fragte ich mich am späteren Nachmittag dann aber zu einem Restaurant bzw. einer Bar eines Luxushotels durch, wo ich auch ins Internet durfte. Die Leute dort erklärten mir auch, wo in der Stadt die angesagtesten Lokale zum Ausgehen am Abend waren, es war von dort aus nämlich gleich um die Ecke. Ich aß dort schließlich auch zu Abend, was in einem Restaurant eines Luxushotels teuer klingt, aber im Endeffekt in Summe samt Getränken ca. vier oder fünf Euro kostete. Da denke ich dran, was ich auf Tahiti um dieses Geld bekommen hätte. Ein paar Baguette, sonst nicht viel :). Na gut, später machte ich mich dann noch auf zu den Lokalen, die mir angesagt wurden, und lernte dort einen Engländer kennen, der auch alleine unterwegs war, mit dem ich mich gut unterhielt und schließlich den Abend verbrachte. 

Am Dienstag klopfte es um kurz vor halb acht an meiner Tür, die Leute von der Tauchbasis in Nusa Dua holten mich ab. Eigentlich hatte man mir acht Uhr gesagt, so hatte ich meinen Wecker auch erst auf halb acht gestellt. Nagut, egal. Die zwei bevorstehenden Tauchgänge hatte ich bei meinem Spaziergang am Vortag gebucht, auch etwas nachdem man in Kuta nicht lange suchen muss, „Reisebüros“ und „Tourist-Information“ (natürlich nicht offizielle) gibt es an jeder Ecke. Auch hier: Man bekommt alles, ohne dass man danach fragt – und: bezahle niemals den offiziellen Preis! Der Tauchgang sollte uns (es war noch ein Australier mit dabei) mit dem Boot vor Penida Island und nach Lembongan führen, zwei einzigartige Tauchplätze mit extrem starker Strömung, dafür aber einer irrsinnig tollen Tier- und Unterwasserwelt sowie fantastischen Korallen. In der Strömung lässt man sich einfach treiben, ein sogenannter Drift-Dive also, und genießt so die Unterwasserwelt. Der Tauchgang selbst war wirklich toll und faszinierend, nur lag mir die einstündige Bootfahrt (je Richtung) bei doch relativ starkem Wellengang ziemlich schwer im Magen, sodass ich auch das Mittagessen am Boot nicht runter bekam und bei der Rückfahrt noch „die Fische fütterte“. Die intensive Sonne am Boot und die Stunde im Auto zurück nach Kuta waren dann nur noch Draufgabe, bevor ich mich dann nur noch in mein Zimmer verkroch, um die Übelkeit wieder weg zu kriegen und wieder Kraft zu tanken. Vom Tauchgang wird mir aber sicherlich vielmehr die tolle Unterwasserwelt in Erinnerung bleiben, wirklich faszinierend. 

Am Mittwoch Morgen hatte ich mich von den Strapazen des Tauchgangs erholt und lernte beim Frühstück zwei Deutsche und eine Engländerin kennen, mit denen ich mich für später an den Strand verabredete. In meinem riesigen Zimmer fühlte ich mich schon sehr einsam, irgendwie wäre mir ein Dorm mit vielen Betten lieber gewesen, da ist nämlich immer was los. An den Strand gingen wir schließlich zu dritt und leihten uns drei Surfbretter aus, um insgesamt ca. vier Euro für zwei Stunden. Eigentlich wollte er knapp 17 Euro, als wir ihm aber die 60.000 Rupiah unter die Nase hielten und uns nach einem „no“ umdrehten, um zum nächsten zu gehen, sagte er doch „okay, okay“. Ich zeigte den beiden die Basics vom Surfen, wie ich sie gelernt hatten, und dann ging’s raus aufs Meer. Ich glaube die zwei dachten, dass man sich einfach ein Board ausleiht, eine Welle schnappt und surft, aber ganz so leicht ist es leider nicht. Aber in Summe hat’s ihnen glaub ich dann doch gefallen, insbesondere Marco, der sich dann auch an den nächsten Tagen wieder Surfboards ausgeliehen hatte. Am Nachmittag gingen wir noch gemeinsam essen, bis wir dann schließlich aus der Sonne raus mussten und zurück in unsere Hotelzimmer gingen. Abends aß ich wieder in Restaurant meines Luxusrestaurants, diesmal aber nur eine indonesische Suppe, da ich noch halbwegs satt vom Nachmittag war. Danach ging’s zurück ins Hotel ins Bett, die Sonne und das Surfen waren doch sehr anstrengend gewesen. 

Donnerstag Morgen wachte ich schon recht früh auf, irgendwie fühlte ich mich in meinem Einzelzimmer sehr alleine und fühlte mich nicht so richtig wohl in Kuta bzw. auf Bali, die Urlaubsstimmung und Erholung, die ich mir hier erhofft hatte, trat nicht so wirklich ein. Die Hektik in Kuta und auch die vielen Räucherstäbchen sowie irgend ein Inhaltsstoff der lokalen Zigaretten hier bereiteten meinem Körper eher Stress als Entspannung. Also beschloss ich zu schauen, ob ich meinen Weiterflug nach Hong Kong nicht vorverlegen konnte. Ich mietete mir (nun endlich) ein Moped (um ca. Euro 1,20), um zum Flughafen zu fahren. Dort musste ich noch warten, bis das Büro von Cathay Pacific aufsperrte, bis die mir mitteilten, dass ich zum Umbuchen ins Büro von Qantas nach Sanur fahren müsse. Ein früherer Flug am Freitag war aber noch frei, das konnten sie mir dort schon sagen. Nagut, dann fuhr ich zurück nach Kuta und miete das Moped für weitere eineinhalb Tage um weitere drei Euro. Ich plante eine Rundfahrt mit dem Moped über die Insel, immerhin wollte ich mir jedenfalls noch einen Tauchgang in Tulamben, im Norden Balis, bei einem versunkenen amerikanischen Kriegsschiff, geben. Ich checkte auch noch aus meinem Hotel aus, und brachte meinen Rucksack zu „meinem“ Luxushotel, bei denen ich meinen Rucksack in deren Büro verstauen durfte – dort war er mir viel lieber, als in meinem alten Hotel. Immerhin wusste ich noch nicht, ob ich heute Abend wieder nach Kuta zurück kehren würde oder mir irgendwo unterwegs im Inland Balis eine Herberge für die Nacht suchen würde. Mit dem Nötigsten im Tagesrucksack ging es dann auf, zuerst nach Sanur ins größte Hotel Balis, wo auch das Büro von Qantas war. Nach dem erfolgreichen Umbuchen fuhr ich weiter Richtung Norden, der verblüffend guten Küstenstraße (wenn ich an die Straßen Kuta’s denke) entlang. Im Norden oben kam ich auch an einigen Reisfeldern vorbei, schon beeindruckend, in der Realität hatte ich das noch nie wirklich gesehen. Die Fahrt im Norden bis Tulamben zog sich noch ein wenig, dort angekommen hielt ich bei der ersten Tauchbasis, nur knapp fünfzehn Minuten später war ich auch schon im Wasser, und das zu einem sensationellen Preis von 20 Euro. Von Kuta aus hätte mich der selbe Tauchtrip etwa 60 Euro gekostet, mit Fahrt und Mittagessen allerdings, was ich ja aber um nur wenige Euro selbst in die Hände genommen hatte. Der Tauchgang zum Schiffswrack schließlich war genial und absolut empfehlenswert, ich sah auch zwei Barracudas direkt vor mir, die mich anstarrten. Mein weiterer Weg führte mich ins Inland Bali’s, vorbei an weiteren Reisfeldern, durch ärmste ländliche Regionen, vorbei am Vulkan und durch Ortschaften, die für religiöse Zeremonien geschmückt waren. Ein Besteigen des Vulkans wäre nicht möglich gewesen, da erstens das Wetter nicht unbedingt dazu einlud und zweitens deren religiöse Feinern im Gange waren, sodass man keine Guides für das Besteigen des Vulkans bekommt. Von meinem ursprünglichen Vorhaben, nach Ubud, dem quasi religiösen Zentrum Bali’s mit all den Tempeln, zu fahren, wurde mir auch abgeraten, dort würde ich nur noch im Schritttempo weiter kommen, wenn überhaupt, da sie während ihrer Feiern auch viele Straßen sperren. Das bekam ich nahe Ubud schon mit, weshalb ich mich schließlich entschied, doch zurück nach Kuta zu fahren. In Summe war in an diesem Tag dann knapp 400km auf dem Scooter unterwegs, eine lange, aber faszinierende Tour, auf der ich viel vom restlichen Bali gesehen hatte - ein ruhigeres Bali, aber auch sehr ärmliches. Ich checkte somit dann in meinem Luxushotel ein, für die letzte Nach auf Bali. Das Zimmer kostete rund 30 Euro, ich bekam ein riesen Zimmer mit Flatscreen, Satellitenfernesehen, Kühlschrank, tollem Badezimmer mit sogar einer Tellerbrause in der Dusche, etc., etc. Bei uns würde man für ein solches Zimmer sicherlich drei bis vierhundert Euro bezahlen ...

Freitag Vormittag ließ ich gemütlich angehen. Ich suchte auch nach der lokalen Post, um wieder einmal ein Paket mit Büchern nach Hause zu schicken, was mich doch einige Zeit kostete. Danach holte ich noch meine Wäsche in der Wäscherei ab, wo ich sie am Vortag abgegeben hatte (die Wäschereien hier sind billiger als das Do-it-yourself in den Jugendherbergen) und packte meine Sachen zusammen. Schließlich checkte ich aus dem Kuta Town Houses Hotel aus und brachte mein Moped zurück und ließ mich vom Verleiher (um ca. 40 Eurocent) zum Flughafen bringen, per Moped versteht sich. Beim Einchecken hatte sich eine recht lange Schlange gebildet, ich war ja aber früh genug am Flughafen, sodass das kein Problem war. Ansonsten klappte alles perfekt, nur die Flughafengebühren musste ich noch bezahlen, wo ich auch noch meine letzten Rupiahs los wurde. Alles in allem war Bali für mich sehr anstrengend. Wer Highlife will, ist mit Kuta gut beraten, in vielen anderen Orten findet man aber sicherlich mehr Ruhe. Alleine sollte man allerdings nicht auf Bali fliegen, da wird es einem zu einsam, außer man verbringt die Nächte in den Bars Kuta’s und schläft untertags. Das Tauchen hier ist jedenfalls genial und empfehlenswert. Sicherlich das Beste, was man hier machen kann! Gewaltig!


 















Kuta










Aussicht von meinem Zimmer

Spaziergang durch Poppies Gang 2 (eine der Hauptstraßen)






Private Tankstelle






































Kuta Beach 
















Opfergabe mit Räucherstäbchen















Reisfelder