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06.03.

In Sydney angekommen erwartete mich erst mal warmes Wetter, also raus aus dem Pulli. Am Flughafen kaufte ich mir erst mal eine australische SIM-Karte für mein zweites Handy, was doch so einiges vereinfacht. Mobil telefonieren ist hier zwar sehr teuer, es gibt jedoch eigene Angebote für Pre-Paid-Karten, wo das (geschenkte) Guthaben, wenn man es nicht aufgebraucht hat, nach einem Monat verfällt. Da ich ziemlich genau einen Monat in Australien bin, passte mir das gut. Vom Flughafen aus nahm ich dann einen Transfer in die Stadt, zum Big Hostel, wo Jana arbeitete. Jana hatte ich in Rio de Janeiro kennen gelernt und sie hatte mir angeboten, bei ihr übernachten zu können, wenn ich nach Sydney käme. Echt nett! Da sie noch bis abends arbeiten musste, machte ich mich dann noch über die Pitt Street und die George Street auf in die Stadt und konnte einen schönen Sonnenuntergang vorm Sydney Opera House genießen. Zurück im Hostel saßen wir noch etwas auf der Dachterrasse, bevor wir uns dann auf nach Hause machten. Die Nacht auf der Couch im Wohnzimmer (sie wohnt dort in einer WG mit zwei Brasilianern) war gut, ich bekam nicht mal mit, wie Jana in der Früh zur Arbeit ging. 

10.03.


Jetzt muss ich endlich mal die letzte Woche aufholen, irgendwie komm ich derzeit nie so richtig zum schreiben ...

Montag. Mein erster voller Tag in Sydney. Auf die Empfehlung von Jana hin machte ich mich wieder auf in die Stadt. Irgendwie konnte ich die Bushaltestelle jedoch nicht mehr finden, wo wir am Vorabend ausgestiegen waren, immerhin war diese doch recht weit entfernt und jede Menge andere Bushaltestellen viel näher ihrer Wohnung im Stadtteil Randwick, von wo aus die Busse aber alle wo anders und nicht in die Stadt fuhren. So irrte ich einige Zeit herum, wartete teils vergeblich auf falsche Busse und machte mich schlussendlich zu Fuß durch den Continetal Park auf in Richtung Innenstadt. Von der Oxford Street fand ich dann genügend Busse nach Sydney City. Über den Hyde Park und Sydney Domain machte ich mich auf in den Botanischen Garten und dort bis vor zum Mrs. Macquaries Chair, von dem man eine tolle Aussicht auf die Hafeneinfahrt, das Opera House, die Harbour Bridge und den Militärhafen hat. Danach spazierte ich auf die Harbour Bridge und bestieg dort einen der Pylons (die Betonpfeiler der Brücke), welche eine tolle Aussicht auf die City und den Hafen boten. Am Abend traf ich mich mit Jana und Alana, die ich auch in Rio de Janeiro kennen gelernt hatte, in der Opera Bar, direkt vor dem Opera House und umgeben vom Haupthafen, schon ein einprägendes Erlebnis. Später gingen wir dann noch auf die Dachterrasse eines Lokals im ältesten Teil der Stadt, wo auch noch andere Freunde von ihnen dazu kamen. Alana brachte uns schließlich noch mit dem Auto nach Hause, sie selbst musste noch über eine Stunden nach Hause fahren. Da war ich froh, denn vom Busfahren hatte ich heute schon genug :)

Am Dienstag war Jana Vormittags auch zu Hause, und ich stellte all meine Fotos von Sydney online. Mittags fuhren wir gemeinsam in die Stadt und gingen indisch oder thailändisch zu Mittag essen, ich weiß nicht mehr genau. Im Anschluss ließ ich mir bei einem der unzähligen Friseure meine Frisur wieder mal auf Vordermann bringen und machte mich anschließend nach einer kurzen Shoppingtour in einem Einkaufszentrum über die Pitt Street auf zum Hafen. Von dort aus nahm ich die Fähre nach Manley, wo der schönste Strand Sydneys sein soll. Leider zogen während der Bootsfahrt bereits Wolken auf und als ich in Manley ankam, war es bereits komplett bewölkt und recht windig. Ich spazierte durch Manley zum Hauptstrand, wo aber aufgrund des Windes schon nicht mehr viel los war, somit währte mein Besuch dort auch nicht allzu lange. Jedenfalls fand ich dort eine neue Beach Short, für Australien und schließlich auch Bali brauche ich die dringend. Sodann ging’s wieder zurück nach Sydney und dann zu Jana ins Hostel, von wo wir dann am späteren Abend gemeinsam nach Hause fuhren. 

Am Mittwoch Morgen war für mich schon wieder Abreise angesagt. Wohin habe ich glaub ich bisher noch gar nicht geschrieben ... Ich hab eine Surftour gebucht – cool, oder? Die Surf Tour sollte mich in fünf Tagen von Sydney nach Byron Bay, etwa ein Drittel des Weges nach Cairs, bringen, um gleichzeitig an den schönsten Stränden unterwegs in den Camps surfen zu lernen. Also so richtig Wellenreiten, ohne Segel, nur mit Surf Board, für alle, die sich jetzt etwas anderes vorgestellt haben. Also, um halb sieben musste ich los, um halb acht war Abfahrt in Sydney nähe der Central Station. Diesmal fand ich die richtigen Bushaltestellen sofort, und kam auch pünktlich zum Abfahrtort. Im Mojo Surf Bus war erst mal eine sechsstündige Busfahrt angesagt, zum ersten der beiden Surfcamps in Crescent Head. Nach einem längeren Stau unterwegs kamen wir etwas verspätet dort an, gleich nach dem Einchecken ins Camp ging es aber auch gleich in die erste Surflesson und ab ins Wasser. Also die ersten Versuche auf dem Surf Board waren alles andere als einfach, waren die Wellen dort auch nicht zu schwach. Aber fast alle von uns schafften es wenigstens einige Male für wenige Sekunden am Board stehen zu bleiben und auf einer Welle zu surfen. Nach diesem Abenteuer war ich glaub ich so fertig wie schon sehr lange nicht mehr, der starke Wellengang und die Anstrengung paddeln, aufstehen, ins Wasser fallen, wieder rauf aufs Board usw. raubten mir sämtliche Kräfte. Nach der Surflesson gingen wir zurück ins Camp, dort wurden bereits die Vorkehrungen fürs Abendessen getroffen, was wir alle schon nicht mehr erwarten konnten. Auch wenn die dort für alle gleichzeitig kochten, war das Essen erstaunlich lecker und sättigend. Toll, ein Muss nach dieser Anstrengung. Ab zehn herrschte Ruhe im Camp, alle gingen zu einer Feuerstelle am Strand zum Feiern, damit jeder, der wollte, im Camp in Ruhe schlafen konnte. Nach dem anstrengenden Tag hielt ich nicht allzu lange beim Lagerfeuer aus und legte mich schließlich verdient schlafen. Ein toller Tag, alles in allem. 

Am Donnerstag folgte ein gemeinsames Frühstück, ein Vormittags-Surfgang, Mittagessen, sowie ein Nachmittags-Surfgang. Der Wellengang war nicht mehr so extrem wie der des Vortages, somit waren die Surfstunden auch weit weniger anstrengend. Man konnte aber förmlich spüren, wie man von Stunde zu Stunde besser wurde und sicherer am Board stand. Na gut, die meiste Zeit klappte es noch nicht, aber immer öfter, dass man eine Welle stand. 

Der Freitag war ein besonderer Tag – am Morgen stand die Weiterreise ins zweite Camp auf dem Programm. Für jene, die wollten, war allerdings zuvor noch ein Surfgang geplant, und zwar im Sonnenaufgang. Klar, ich war dabei, war ja auch extra am Vorabend früh genug zu Bett gegangen. Somit hieß es um halb sechs Tagwache, rein in die noch feuchten Wetsuits, und auf zum Strand. Dort warteten wir den Sonnenaufgang ab und dann ging’s ab ins Wasser. Im Gegensatz zu draußen war das Wasser richtig warm, fast angenehm. Aber durch die Anstrengung auf dem Surfboard wurde einem nicht wirklich kalt, insbesondere war heute wieder ein recht starker Wellengang, gegen den man erst mal ankämpfen musste, um überhaupt raus aufs Meer zu kommen. Und das um sechs Uhr morgens ... extrem sag ich euch! Na gut, glücklich aber etwas erschöpft tankten wir beim Frühstück wieder Kraft, danach hüpften wir in den roten Mojo-Bus und ab ging’s – zum „Spot-X“, dem zweiten Surf Camp von Mojo. Nach dem Mittagessen dort hatten wir am Nachmittag wieder die nächste Surflesson, diesmal an einem neuen Beach. Die neuen Verhältnisse machten mir erst etwas zu schaffen, die Surflehrer gaben jedoch super Tipps und schauten auf einen, sodass man seine Fehler gleich mal ausbessern und seine Technik verbessern konnte. In Summe war ich von meiner Surftechnik her vom ersten Tag im Spot-X allerdings nicht zufrieden, so wirklich oft konnte ich das Brett unter mir nicht halten. Nach dem Abendessen war auch hier wieder etwas Party (okay, für manche etwas viel Party) angesagt, die Schlafräume waren aber auch wieder etwas abgelegen davon in Ruhe. Zum Spot-X ist vielleicht zu sagen, dass dieser in einen kleinen Campingplatz integriert ist, somit auch ein kleiner Laden und wieder Handyempfang vorhanden war. Das Surfcamp in Crescent Head war ja wirklich inmitten des australischen Buschs, nur über Schotterstraßen erreichbar und ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt. 

Am Samstag gab’s bis neun Uhr Frühstück, um halb elf waren wir mit unserer Surfstunde dran. Bis dahin vertrieben wir uns mit Volleyballspielen und Faulenzen in den Hängematten die Zeit. Trotz stärkeren Wellengangs fand ich heute zurück aufs Board, vielleicht war ich auch wieder etwas ausgerasteter oder konzentrierter, jedenfalls machte es tierisch Spaß und ich stand einige Wellen. Mein Fortschritt hielt auch in der Nachmittagsstunde an, manch andere taten sich heute wieder schwerer. 

Sonntag sollte der letzte Tag des fünftägigen Mojo Surf Trips werden. Am Morgen mussten wir bis neun Uhr auschecken und frühstücken, die Surfstunde sollte aber wieder (erst) um halb elf sein. Ich fragte daher John, den Chef der Surflehrer, ob ich nicht schon mit der früheren Gruppe mit raus gehen könnte, sofern noch Boards frei wären. Kein Problem meinte er, schnapp dir ein Board und komm mit. Gesagt getan ... dick mit Sonnencreme eingecremt (fast der wichtigste Teil beim Surfen) folgte ich der Gruppe war so rund drei Stunden am Surfboard. Huh ... ja war schon anstrengend, aber immerhin war ich ja in einem Surfcamp und da wollte ich auch surfen und nicht nur rumsitzen und warten. Auch wenn am Ende meine Kräfte etwas zu Ende gingen, war ich mit den drei Stunden surfen recht zufrieden. Aber danach ging’s ja ohnehin nur zum Mittagessen und danach in den Bus – also konnte ich meine Kräfte schon etwas aufbrauchen. Die Busfahrt nach Byron Bay war schließlich eigentlich recht kurzweilig, wir kamen dort dann am späteren Nachmittag an und checkten ins Aquarius Hostel ein, das Mojo für uns vorreserviert hatte. Abendessen holten wir uns für fünf Dollar im Hostel, ein vergleichbar günstiges Abendessen wird man hier in Byron Bay, einem der begehrtesten Touristenziele Australiens, wohl kaum finden. Nach dem Essen saßen wir, einige vom Mojo Surf Trip, die gemeinsam hier im Aquarius untergebracht waren, noch an der Poolbar zusammen und gingen schließlich noch ins Beach Hotel, dem In-Treff der Stadt. Byron Bay darf man sich jedoch nicht Stadt mit riesigen Hotelkomplexen vorstellen, vielmehr als kleines, verspieltes und gemütliches Städtchen an einem wunderschönen Strand und Wellen, welchen den Surfern ihre Herzen höher schlagen lassen. 

Vielleicht noch ganz allgemein zum Mojo Surf Camp: In der fünftägigen Surftour waren Busfahrt, Unterkunft, Verpflegung, (antialkoholische) Getränke, Surfstunden, Equipment (Boards und Wetsuits), Unterhaltung, usw. alles pauschal enthalten, und das zu einem fairen Preis wie ich finde. Ich kann die Tour eigentlich nur weiter empfehlen, ist halt aber nur etwas für junge Leute. Es gibt auch andere Anbieter (z.B. Waves), von denen man auch nur gutes hört. Meine Entscheidung ging an Mojo, da diese auch Mittwochs ihre Tour starteten und mir dies viel besser in meinen Zeitplan passte. Mojo hat auch seine eigenen Camps, direkt am Strand, was andere anscheinend nicht haben. Bei Mojo kann man also immer, wann man grad will, an den Strand gehen oder vom Surfen früher wieder zurück, wo man jedoch bei den anderen erst auf den Transfer ins Hostel warten muss und somit weniger flexibel ist. Das habe ich aber nur gehört und weiß es nicht aus eigener Erfahrung. Alles in allem: Hat tierisch Spaß gemacht, bin auf meiner Reise der Ostküste entlang gleichzeitig um einiges weiter gekommen und habe die Basics im Surfen gelernt. Cool.

Irgendwie ging mir körperlich der Nachmittagssport vom Sonntag ab, so wachte ich am Montag Morgen voller Tatendrang auf. Ich joggte vom Hostel auf einem netten Pfad entlang des Strandes zum Leuchtturm von Byron Bay, vorbei auch am östlichsten Punkt Australiens. So weit wäre das eigentlich gar nicht gewesen, aber doch auch einige Höhenmeter (immer wieder auf und ab) und vor allem heiß. So war ich knapp eineinhalb Stunden unterwegs, das tat gut! Nach einer entspannenden Dusche machte ich mich mit Sebastian auf in die Haupteinkaufsstraße von Byron Bay um Frühstück einzukaufen. Vor dem Einkauf blieben wir in einer Pizzeria hängen, aus der es verlockend und unwiderstehlich heraus roch, und holten uns dort unser heutiges „Frühstück“, was dann auch gleich unser Mittagessen war. Am Nachmittag entschieden wir zwei uns, Surfbretter auszuleihen und auch hier unser Glück zu versuchen. Wir mieteten die Boards um drei für einen halben Tag, konnten sie dann bis am Folgetag um elf Uhr haben, das war praktisch, worauf gleich die Idee geboren wurde: Morgen früh zum Sonnenaufgang wieder raus! Der Wellengang hier in Byron Bay war mit denen in den Surfcamps nicht wirklich vergleichbar, um einiges stärker. Für uns problematisch war auch, dass am Strand eine derart starke Seitwärtsströmung war, dass man kaum stehen konnte und immer weit abgetrieben wurde, bevor man überhaupt durch die Wellen raus aufs Meer kam. Naja etwas Laufarbeit schadete uns ja nicht :). Auch wenn wir beide die Wellen, auf denen wir reiten konnten, an einer Hand abzählen konnten, war es toll, und anstrengend zugleich natürlich. Am Abend kochte Rik aus Holland für sieben von uns leckere Spaghetti, anschließend saßen wir alle wieder an der Poolbar zusammen, die anderen wechselten dann wieder in ein anderes Lokal, worauf ich aber keine Lust hatte und schlafen ging. 

Dienstag: Mein Wecker klingelte um 05:45 Uhr. Ich weckte Sebastian, wir schnappten uns unsere Boards und nichts wie raus auf den Strand. Von der Temperatur her ging’s auch, immerhin hatte ich ja keinen Neoprenanzug mehr. Die Verhältnisse waren fast noch extremer wie am Vorabend, die knapp zwei Meter hohen Wellen ließen uns schon nicht mal raus kommen, die Wellen direkt im Strandbereich waren auch noch einen Meter hoch, brachen dann aber in sich zusammen, sodass man auch nicht darauf surfen konnte. Die Strömung war auch fast noch extremer, sodass wir danach fast 20 Minuten wieder dem Strand entlang zurück spazieren mussten. Unvorstellbar für mich bisher. Nach einem schnellen Frühstück legten wir uns nochmals für eine Stunde aufs Ohr, um zehn Uhr wurden wir dann vom „Grasshoppers“ Bus abgeholt, den wir gebucht hatten. Die Tour brachte uns als erstes in das kleine Örtchen Nimbin, das trotz seiner Winzigkeit in halb Australien bekannt ist: Wer sich irgendwelche Drogen besorgen will, ist hier an der richtigen Adresse. Heike, Sebastian und ich machten uns unser eigenes Bild von dem Ort, der vielmehr einem farbenfrohen Hippistil als allem anderen glich. Die Gestalten, die dort rum liefen, waren schon beeindruckend und beängstigend gleichermaßen. Ohne dass wir danach fragten, wurden uns mehrmals irgendwelche Sachen angeboten, aber keine Ahnung was genau. Mittags fuhren wir dann zum Rous Water Rainforest Reserve, wo wir zuerst etwas im Urwald rumspazierten und dann ein gemeinsames BBQ hatten, das in der Tour enthalten war. Nach dem Essen fuhren wir noch zu einem Wasserfall, von dem aus man auch in ein „water hole“ springen konnte. Na klar bin ich auch gesprungen, waren aber auch nur drei oder vielleicht dreieinhalb Meter, also nicht so extrem nervenkitzelnd, aber die Erfrischung tat gut. Danach fuhren wir wieder zurück nach Byron Bay und holten uns wieder im Hostel ein Abendessen für fünf Dollar. Ich verzog mich gleich darauf ins Zimmer um endlich einmal mein Tagebuch nachzuholen und meine Homepage zu aktualisieren, was ich aber sogar bis zum Schlafengehen nicht komplett schaffte. 

15.03.

Der Mittwoch ist relativ schnell erklärt: Es war ein sehr verregneter Tag, somit verbrachte ich einen Großteil des Tages vor meinem Notebook und schrieb mein Tagebuch nach, stellte alles online und erledigte einige andere Sachen. Am späteren Nachmittag spazierte ich noch ein wenig durch das Örtchen und am Abend veranstalteten wir ein gemeinsames BBQ am Strand für knapp 20 Leute, fast alle von unserer Mojo-Surftour. Das ist toll hier in Australien: An fast allen größeren Stränden sind öffentliche, elektrische Griller aufgestellt, welche kostenlos verwendet werden können, wirklich praktisch. 

Da mein Abend am Vortag nicht allzu lange war, wachte ich am Donnerstag schon recht früh auf und beschloss wieder meine Runde zum Leuchtturm zu laufen. Als ich weg lief, war das Wetter noch gut, als ich wieder zurück kam, begann es bereits leicht zu regnen. Eigentlich hätten wir auf etwas besseres Wetter und somit geringeren Wellengang gehofft, war dies doch unser letzter Tag in Byron Bay und wir wollten doch noch einmal surfen gehen. Egal dachten wir uns, und so holten Heike, Sebastian und ich uns gemeinsam zwei Surfbretter. Zwei deswegen, da wir geplant hatten, auch gleichzeitig gegenseitig Fotos von uns zu machen. Gesagt, getan. Auch wenn das Meer sehr rau war, konnten wir ein paar nette Aufnahmen von uns machen. Nur leider gab meine (wasserdichte) Kamera dann irgendwann den Geist auf, für immer, wie sich dann später herausstellte :(. Nach dem Surfen machten wir uns auch noch auf, zum Leuchtturm zu spazieren und ein paar Fotos zu machen, morgens hatte ich meine Kamera ja nie dabei. Unser Ausflug dauerte etwas mehr als zwei Stunden, aber klar, gelaufen war ich je knapp unter einer Stunden inklusive Stretching. Glücklicherweise hatte sich das Wetter zwischenzeitlich auch verbessert, sodass wir (mit Heikes Kamera) ein paar nette Fotos vom Cape Byron, dem östlichsten Punkt des australischen Festlandes und dem Leuchtturm machen konnten. Zurück im Hostel waren wir dann von der Wanderung und der intensiven Sonne recht geschafft, auch Rik, Maud und Laura aus Holland, die die gleiche Wanderung gemacht hatten. So holten wir uns schließlich nur noch Nudeln und Pizza zum Abendessen aus dem Restaurant. Nach dem Essen war erst mal Packen angesagt, am Freitag Morgen sollte es Auf Wiedersehen Byron Bay heißen. 

Am Freitag klingelte mein Wecker um 05:15 Uhr. Rik hatte am Vorabend noch die Idee, morgens zum Leuchtturm zu laufen, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Maud und ich wären auch dabei gewesen, nur als ich aus dem Fenster sah, waren bereits einige Wolken aufgezogen und ein schöner Sonnenaufgang daher unwahrscheinlich, weshalb wir uns wieder ins Bett legten und weiter schliefen. Um 07:15 Uhr läutete der Wecker erneut, jetzt mussten wir wirklich raus und uns für die Abfahrt fertig machen. Draußen schüttete es in Strömen. Der Shuttlebus vom Hostel brachte und aber dankenswerterweise zur Bushaltestelle, von wo aus die Greyhound Busse abfahren. Mit dem Greyhound Bus fuhren wir dann bis Surfers Paradise, einer Stadt an der Gold Coast (ja, die Stadt heißt wirklich so). Die Gold Coast kann man sich als unendlich langen Strand vorstellen, mit Touristenpalästen (Hochhäusern) entlang dem Strand. Wenn man am Strand spaziert, sieht man weder in die eine Richtung, noch in die andere das Ende des Strandes (verschwindet am Horizont), so lange ist dieser Strand – wirklich unvorstellbar. Als wir in Surfers Paradise ankamen, regnete es zwar nicht mehr in Strömen, nieselte und regnete aber doch immer wieder. Eigentlich hätten wir hier einen schönen Strandtag mit etwas Surfen geplant gehabt, aufgrund des schlechten Wetters entschieden wir uns jedoch für eine Shoppingtour und eine Runde Bowling, was recht lustig war. Am Nachmittag hatte der Regen etwas nachgelassen und wir machten noch einen Spaziergang am Strand, bevor wir dann wieder zurück zur Bushaltestelle wanderten. Ach ja: Als wir in Surfers Paradise ankamen, waren wir erst mal etwas verwirrt, denn die Fahrt dauerte fast doppelt so lange, als ursprünglich gedacht. Angekommen waren wir jedoch doch pünktlich. Recht bald wurde uns klar: Neue Zeitzone bzw. nein, eigentlich gleiche Zeitzone, nur keine Daylight-Savingtime mehr – weshalb auch immer. Wir waren ja nur nach Norden gefahren, und nicht nach Westen. Ist eben so, aber immerhin haben wir eine Stunde gewonnen :). Irgendwie waren wir alle froh, dass wir unsere Tage in Byron Bay, und nicht hier verbracht hatten, das kleine nette Städtchen gefiel uns allen um einiges besser als die Touristenhochburgen hier. Um viertel nach fünf ging’s dann weiter mit dem Greyhound nach Brisbane, einer der richtig großen Städte an der Ostküste. Nachdem wir dort aufgrund eines großen Staus einige Zeit warten musste, holte uns der Transferbus von unserem Hostel ab und brachte uns zu unserer Unterkunft. Nach dem Einchecken entspannten wir uns gleich noch im Pool und im Whirlpool. Den Whirlpool aktivierte man, indem man in einen Schlauch blasen musste – das war vielleicht lustig – Rik durfte diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen :). Die anderen wollten eigentlich noch ein wenig ausgehen, ziemlich geschafft gingen wir alle dann aber doch gleichzeitig ins Bett. 

Am Morgen des Samstag war ich schon um halb acht wach ... na gut, ich war auch noch auf eine Stunde später eingestellt. Nachdem ich den ruhigen Morgen genutzt hatte, endlich einmal länger mit Ari skypen zu können, machte ich mich auf in die Innenstadt zu den großen Einkaufszentren, um nach einer Ersatzkamera zu suchen. Ich wurde dort sehr gut beraten und bekam auf ein komplett neues Modell dann auch noch 50 Dollar Rabatt, na ja man muss nur fragen. Aufgrund des derzeit starken Euros kam mich die Kamera samt dem Rabatt so um genau 100 Euro günstiger, als sie zu Hause kosten würde, auch nicht schlecht! Es hatte mittlerweile auch wieder begonnen zu regnen, sodass ich meinem Stadtrundgang in eine weitere kurze Shoppingtour umfunktionieren musste, bis der Regen wieder aufhörte. Danach spazierte ich noch ein wenig durch die Innenstadt und danach über die Victoria Bridge und die South Bank Parklands zurück ins Hostel. In den South Bank Parklands wurde ein eigener Strand mit Schwimmbereich, Palmen und allem drum und dran angelegt, inmitten der Stadt, faszinierend. Zurück im Hostel machte ich mich an die Arbeit, einen Plan für die restliche Reise bis Cairns auszuarbeiten. Die anderen, mit denen ich die letzten Tage unterwegs war, hatten für diese Strecke ja noch etwas mehr Zeit als ich (sie vier Monate und ich elf Tage). Ich entschied mich nach einiger Suche für die Busfahrt mit OzExperience, vergleichbar mit meiner Busfahrt durch Neuseeland. Die bringen einen an die schönsten Orte entlang der Strecke und können einem beim Buchen von weiteren Ausflügen und Aktivitäten extrem behilflich sein und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nachdem ich alles gebucht hatte, machte ich mich noch auf ins öffentliche Schwimmbad, das gerade um die Ecke war und schwamm dort noch einige Längen – das tat gut!!! Abends wollte Rik eigentlich für alle Spaghetti Bolognese kochen, da der Supermarkt aber bereits geschlossen hatte, gab’s (wieder einmal) Pizza für alle. Da ich von den Nudeln ausgegangen war und beim Bestellen der Pizzas noch nicht vom Schwimmen zurück war, war ich der einzige ohne, nachdem mir aber jeder ein Stück abgegeben hatte, wurde ich auch satt, und musste mir nicht selbst um was schauen – echt lieb. Am Abend machten sich die anderen dann zum Ausgehen fertig, Johan und ich blieben im Hostel, immerhin musste ich am Sonntag um halb sechs aufstehen, um zu meinem Bus um halb sieben zu kommen. Ich packte meinen Rucksack wieder einmal komplett neu zusammen, weil mein Frischwäschesack ja wieder gewachsen und der Schmutzwäschesack leer war. Etwa eine Stunde nachdem ich mich von den anderen verabschiedet hatte, kam Maud zurück, sie hatte ihre ID vergessen und kam nicht in den Club rein, also durfte sie unverrichteter Dinge wieder alleine mit dem Taxi nach Hause fahren. Naja dann verbrachte sie den Abend eben mit mir und Johan im Hostel, mir zusehend, wie ich mich bemühe nun auch noch die neue Kameraschachtel zusätzlich in meinem Rucksack unterzukriegen :).

19.03.

Am Sonntag hieß es für mich dann wie gesagt früh aufstehen. Ich machte mich fertig und checkte aus dem Hostel aus. Den Weg zum Transit Center teilte ich mir mit einem Mädl, das kurz vor mir bereits ein Taxi gerufen hatte. Im Taxi wurde uns aber etwas mulmig, als der Fahrer fragte, wo denn das Transit Center (vergleichbar mit dem Westbahnhof in Wien) sei und ob wir ihm den Weg dorthin ansagen wollten. Wenigstens hatte er ein Navi und wir wussten, dass das Transit Center in der Roma Street ist. Wir fragten ihn, woher er denn sei: Aus Indien meinte er stolz, und er sei seit drei Tagen in Australien. Na ja, das Navi führte uns wenigstens problemlos zum unserem Ziel. Gott sei Dank. Bei der Haltestelle angekommen traf ich John aus England, der auch im Surfcamp war, witzig. Mit dem OzExperience Bus ging’s dann mit einem Zwischenstop in Mooloolaba und einem weiteren in Noosa, wo ich auch kurz ins Wasser hüpfte, um mich von der Mittagshitze etwas abzukühlen. Am Nachmittag kamen wir schließlich in Rainbow Beach an, einem der Zugangsorte zu Fraser Island. Von Rainbow Beach, was für verschiedenfarbige Sandschichten an seiner Küste bekannt ist, habe ich leider nicht wirklich viel gesehen, da wir um vier ein Briefing für die Safari nach Fraser Island hatten und wir anschließend noch alles innerhalb unserer Gruppe organisieren mussten. Also ... Fraser Island: Das ist eine Insel knapp vor dem Festland, die fast ausschließlich aus Sand bzw. auch noch aktiven Sanddünen besteht. Auf der Insel gibt es auch Wälder, Regenwälder und natürliche Seen, hauptsächlich jedoch viel, viel Sand. 

Der Montag startete gemütlich. Um halb zehn bekamen wir die Geländewagen und begannen die Ausrüstung zu prüfen und schließlich das Auto zu beladen. Gar nicht so einfach, alles für elf Leute am Dach unter zu bringen: Essen und Getränke für drei Tage, Zelte, Kocher, Geschirr, Gepäck, etc. Na ja aber irgendwie klappte das schon, wir halfen alle zusammen. Danach ging’s los, ich war der erste Fahrer. Als erstes fuhren wir in die Werkstatt des 4WD-Vermieters, um noch eine Einschulung auf die Fahrzeuge und unsere (erlaubten) Fahrrouten zu bekommen. Danach fuhren wir der Straße entlang nördlich zum Ablegeplatz der Fähre. War schon witzig mal selbst auf der linken Straßenseite zu fahren. Dass die Gangschaltung links war, störte mich weniger, vielmehr war der Blinker auf der rechten Seite etwas ungewohnt für mich, so kam es schon vor, dass ich die Scheiben wischte, anstatt zu blinken. Auf die Fähre warteten wir nicht allzu lange, immerhin fährt diese alle halben Stunden. Auf Fraser Island angekommen, fuhren wir erst mal knapp eine Stunde lang auf einer Inlandroad, eine holprige und langwierige Angelegenheit. Den Großteil der Insel befährt man jedoch über den Strand, was um einiges flotter geht. Auf der Inlandroad hatte dann gleich eines der vier Fahrzeuge die ersten Probleme – das rechte Vorderrad eierte ungewöhnlich stark. Nachdem wir alle stehen geblieben waren, startete ein anderes Fahrzeug nicht mehr. Jegliche Versuche, das Fahrzeug zu starten oder anzuschieben, scheiterten, also entschieden wir uns, dass zwei Fahrzeuge weiter bis in den nächsten Ort fahren und dort per Telefon die Werkstatt verständigen und die anderen zwei Fahrzeuge zurück blieben. Also gut, wir und ein anderes Auto machten uns auf nach Dilly Village, dem ersten Ort auf der Insel. Die Einfahrt in den Ort führt auf einer einspurigen Straße durch weichen Sand, in dem das Fahrzeug vor uns stecken blieb. Da dann natürlich auch noch Autos entgegen kamen, war das Chaos perfekt, denn zurück konnten wir nicht, denn im Rückwärtsgang, auch mit Untersetzungsgetriebe, war es unmöglich über einen der Sandhügel zu kommen. Die ganze Geschichte kostete uns etwa eineinhalb Stunden, aber gut, das gehört zu einer Safari mal dazu. Danach fuhren wir weiter nördlich zum Eingang zu Lake Wabby und richteten uns einige Sandwiches als Mittagsjause. Nach dem Essen spazierten wir (eine dreiviertel Stunde in eine Richtung) zum Lake Wabby, wo wir schließlich aber nur noch fünf Minuten bleiben konnten, um wieder bei Zeiten zu unseren Fahrzeugen zu kommen, immerhin war das Fahren am Strand nur bis 18:00 Uhr erlaubt, danach wurde der anwachsende Meeresspiegel zu hoch. Die Sanddüne am Lake Wabby war wunderschön, da ärgerten wir uns schon ein bisschen, dass wir so viel Zeit bei Dilly Village verloren hatten, insbesondere weil dies komplett unnötig gewesen war. Zurück am Strand suchten wir uns etwas nördlicher einen geeigneten Platz, um unser Zeltlager aufzuschlagen. Geeignete Plätze sind hinter den Dünen, wo man vom Wind geschützt ist, niemals jedoch am Strand, denn das ist ja die Straße. Die Burschen bauten schließlich die Zelte auf und die Mädels bereiteten das Essen vor (die Mädels wollten das so, war nicht unsere Idee). Es wurde schließlich gegrillt und Hamburger gegessen, ein gutes Mahl nach einem anstrengenden Tag. Danach saßen wir im Sand zusammen, so wirklich kalt war es nicht – T-Shirt und kurze Hose genügten. Wir hatten aber auch Glück, dass das Wetter so gut war. Die letzten Wochen war es hier ja stürmisch uns regnerisch, sodass ein Teil der Insel wegen eines Zyklons evakuiert werden musste und große Teile der Insel jetzt noch gesperrt bzw. nicht befahr- oder passierbar sind. Die Abende sind auch witzig: um halb neun meint man schon, dass bereits Mitternacht sei, vielleicht aber auch, weil die Sonne so früh untergeht. Nachts konnten wir dann zum Teil einen wundervollen Sternenhimmel betrachten, künstliche Leuchtquellen in der Gegend gibt ja überhaupt keine. 

Am Dienstag standen wir so um sieben Uhr auf, denn Fahren am Strand war nur von sechs bis neun Uhr erlaubt, während der Ebbe. Heute sollte uns unsere Route zum Lake McKenzie führen, dem wahrscheinlich schönsten See auf der Insel. Der Sand dort ist blitzweiß, der Uferbereich entsprechend türkis und wird schließlich dunkelblau, wo es tiefer wird. Das Wasser des Sees hat, wie bei fast allen anderen, Trinkwasserqualität. Weil es so schön dort war, blieben wir mehrere Stunden. Nach den Mittagssandwiches sollten wir eigentlich zu einem Regenwald fahren und dort eine zweistündige Wanderung machen. Da wir jedoch hörten, dass es auch eine zehnminütige Wanderung durch den Regenwald gibt, und die zweistündige nur eine Wiederholung der zehnminütigen ist, entschieden wir uns, noch etwas länger beim Lake McKenzie zu bleiben und nur die kurze Wanderung zu machen. Am Weg sahen wir auch noch eine Riesenechse und einen Dingo (sieht in etwa aus wie ein wilder Hund), für die Fraser Island auch bekannt ist. Nach dem Regenwald fuhren wir wieder zurück zum Strand (also die Fahrzeit war jeweils ca. eine Stunde über holprige Sandstraßen) und dann in den Norden zu den Felsen, wo man aufgrund der Verwüstung des Zyklons scheinbar nicht mehr weiter kam. Dort angekommen sahen wir einige Fahrzeuge die Stelle passieren, auch wenn die „Straße“ formell geschlossen war und das Überqueren alles andere als einfach war – aber jedenfalls möglich. Es ist aber auch verständlich, dass die uns vom Verleih aus dort nicht passieren lassen, solange die Straße nicht offiziell wieder freigegeben ist. Schade natürlich, denn im Norden liegt ein riesiges, altes Schiffswrack am Strand, das ich schon gerne gesehen hätte. Auch gibt es dort einen Aussichtspunkt, von dem man auch fast ständig Haie beobachten kann. Na ja, das ist eben die Natur. Die können wir nicht beeinflussen. Abends kochten wir dann Pasta, die Nacht war vergleichbar mit der des Vorabends: Nach Sonnenuntergang fühlte man sich, als ob man eigentlich schon lange im Bett liegen sollte. 

Am dritten Tag unserer Safari standen wir etwa um die selbe Zeit auf, kochten Frühstück (Ham & Eggs, weil wir fast alle Cornflakes schon am ersten Tag aufgegessen hatten) und begannen unsere Zelte abzubauen. Diesmal durften wir bis zehn Uhr den Strand befahren. Nach einer mehr oder weniger kurzen Klopause (sogar vor dem Herren-WC war eine lange Schlange) in Euring, einem weiteren kleinen Ort auf der Insel setzten wir unsere Reise in Richtung Lake Birrabeen fort. Wieder führten uns sandig holprige Straßen über eine Stunde lang zum See, die Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 20 km/h war diesmal aber sogar ungewöhnlich hoch. Mittags gab’s, was noch übrig geblieben war und noch nicht komplett vergammelt aussah. Unserem Fahrplan folgend traten wir um halb zwei die Rückfahrt an. Die Fahrtroute führte uns wieder durch Dilly Village, wo das eine Auto am ersten Tag schon stecken geblieben war, dementsprechend dachten wir zu wissen, was uns dort erwartet. Die Realität zeigte uns dann aber was noch extremeres: Vor uns steckten bereits sechs Fahrzeuge fest, natürlich auch Gegenverkehr. Fünf Fahrzeuge konnten wir raus schieben, ein Landrover musste mit dem Seil raus gezogen werden. Mein dänischer Co-Fahrer erhielt von irgendwem ein Zeichen, dass der Weg frei wäre und er fahren solle, obwohl der Landrover noch mitten im Weg feststeckte, so musste er im tiefsten Sand anhalten. Jegliche späteren Anfahrversuche scheiterten, wir steckten im weichen und aufgewühlten Sand völlig fest. Zu unserem Leid mussten wir dann auch noch feststellen, dass sämtliche Kraft nur auf die Hinterachse wirkte und sich die Vorderräder überhaupt nicht mehr drehten, obwohl die Gangschaltung auf 4WD mit Untersetzung stand. 4WD ohne Untersetzung brachte die Kraft auch nur auf die Hinterräder, die 2WD-Stellung der Gangschalten brachten wir gar nicht mehr rein. Wir sammelten schließlich alles Holz und Rinde zusammen, das wir finden konnten und die zwei Engländer aus unserem Auto, William und Harry, bastelten eine Art Rampe für die Hinterräder, die sich mittlerweile komplett in den Sand gefressen hatten. So kamen wir nach einigen Versuchen wieder zurück auf eine kleine Brücke, von wo aus man wenigstens etwas Schwung holen konnte. Einer der Einheimischen und erfahreneren Sandfahrer, die einige Autos hinter uns warteten, fuhr unseren Geländewagen schließlich mit Vollgas aus dem Schlamassel raus. Mit vereinten Kräften und viel Schwung schafften wir dann auch all die anderen Autos raus zu bringen, die noch am Weg standen. Über den Strand und die Holperstraßen ging’s dann zurück zum Anlegeplatz der Fähre und schließlich zurück in die Werkstatt des Verleihs, wo wir um sechs anstatt um spätestens vier ankamen. Wir mussten noch alles vom Autodach runterholen, abspülen und das Auto reinigen, auch 50 Dollar Strafe fürs zu spät kommen zahlen, was aber verkraftbar war. Zurück im Hostel checkten wir wieder ein und waren erst mal nur froh, wieder heil zurück gekommen zu sein und noch eine Fähre erwischt zu haben. Nach einer intensiven Dusche spazierte ich durchs Hostel und traf unerwarteter Weise auf Laura und Maud vom Surfcamp, die gerade eincheckten. Erst später kam ich drauf, dass auch Rik, Johan und Heike in „meinem“ Hostel eingecheckt hatten, was für ein Zufall. Eigentlich wollten sie in ein anderes Hostel, hatten dort aber keinen Platz mehr bekommen. Nach meinem Abendessen feierten wir so also nochmals einen netten Abend in der selben Gruppe, die wir schon im Surfcamp, in Byron Bay und in Brisbane waren, das war echt cool. 

22.03.

Am Donnerstag stand der Abschied von Rainbow Beach und die Weiterfahrt nach 1770 auf dem Programm (die Stadt heißt wirklich einfach nur „1770“ oder auch „seventeen seventy“). Wir kamen nachmittags im Southern Cross Hostel an, das aber vielmehr einer wunderbar gepflegten Ferienanlage als einem Backpacker Hostel glich. Es regnete, teils sogar recht stark, was nicht unbedingt zu einem Spaziergang in die Stadt (mit angeblich einem Geschäft, zwei Bars und das wars) ein. Ich nutzte daher den Nachmittag für die Planung meines restlichen Trips entlang der Australischen Ostküste. Ich hätte mir nämlich auch noch gerne die Whitsunday Islands angesehen, was auch fast eines der „Must-Go’s“ der Ostküste ist. Würde ich am Oz-Bus bleiben, hätte ich nicht genügend Zeit dafür, es gäbe aber die Möglichkeit eines Greyhound-Nachtbusses, um so einen oder sogar zwei Tage zu gewinnen. Aufgrund eines weiteren Zyklons, welcher gerade vor der Ostküste im Bereich der Whitsunday Islands liegt, riet mir der Manager des Southern Cross Hostels jedoch von dieser doch aufwendigeren und kostspieligen Variante, die Inseln zu sehen ab. Er meinte, dass das Wetter schlecht sein werde und ich dann keine große Freude auf dem Segelboot haben werde, und insbesondere auch immer noch das Wasser und die schönen Strände vom letzten Zyklon ziemlich aufgewirbelt sind, sodass tauchen oder schnorcheln auch nicht wirklich möglich ist. Nachdem die Wettervorhersage im Internet auch seinen Rat bestätigt, entschied ich mich, am Oz-Bus zu bleiben und die Whitsunday Islands aus zu lassen. Schade, aber das Wetter hat man selbst nicht in der Hand. Der Abend war dann recht gemütlich, die anderen schauten einen Film, ich arbeitete die Fotos von Fraser Island in meine Homepage ein, immer wieder auch den Film mitschauend :). Die Anstrengung von Fraser Island und der doch etwas später gewordene Vorabend gingen nicht ganz spurlos an mir vorüber, weshalb ich mich dann auch recht früh ins Bett verzog, viel anderes konnte man dort dann auch nicht mehr machen. 

Am Freitag hätte uns der Oz-Bus eigentlich um kurz nach acht holen sollen, stattdessen teilte uns jedoch der Manager des Southern Cross mit, dass der Busfahrer erkrankt sei und es etwa bis zwölf Uhr dauern würde, bis der Ersatzfahrer in 1770 eintrifft. Die gewonnene Zeit nutze ich noch für weitere Recherchen und eine Runde Billard sowie eine Runde Tischtennis mit Carey, einer Engländerin. A pro pos Briten: Ich glaube dreiviertel des Oz-Busses seit Rainbow Beach waren Briten, irre. Und das sogar, obwohl sie nicht einmal eine geschlossene Gruppe waren. Irgendwie waren sie aber doch eine Einheit, sodass ich (und andere) nur schwer Zugang zu den Engländern fanden. Na gut, um 20 nach zwölf kam dann der Bus mit Thunder, dem neuen Busfahrer, der extra aus Cairns anreisen musste (knapp 1.300km). Unser weiterer Weg führte uns zur Kroombit Cattle Station, wo wir etwa um vier Uhr eintrafen. Ich entschied mich dort, eine Quad-Tour zu machen, Reiten war ich ja in Chile schon. Nachdem es zu Beginn gleich so richtig schüttete, fuhren wir erst die Straßen entlang, um uns an die Fahrzeuge zu gewöhnen und schließlich ins Offroad-Gelände. Die Quads waren komplett neu (hatten erst fünf Fahrten hinter sich), dementsprechend passten der Ranger und seine Helfer auf, dass wir keinen Blödsinn anstellten und immer brav hintereinander her fuhren. War aber trotzdem recht cool, mit den Geräten durch die Gegend zu fahren. Danach versuchten sich noch einzelne im Tontaubenschießen, bis wir alle schließlich in Dreier-Teams beim Rodeo eine Ziege einfangen und zu Boden bringen mussten, damit diese (theoretisch) gebrandmarkt werden konnte. Nach dem Rodeo gab’s erst mal Abendessen, danach folgte ein recht witziger Abend, an dem wir uns (gestellte) Kostüme und Frauenkleider anziehen mussten, schließlich auch den Umgang mit der Peitsche lernten (ich war echt gut!) und einen Teambewerb (der Oz-Nord-Bus gegen den Oz-Süd-Bus) im mechanischen Stier-Reiten veranstalteten. Unser Bus gewann :). 

Am Samstag hieß es zwischen sechs und sieben auschecken und frühstücken, um sieben Uhr fuhr unser Bus Richtung Airlie Beach ab, immerhin stand uns eine etwa elfstündige Busfahrt bevor. Viel kann ich von diesem Tag nicht erzählen, außer dass wir lange im Bus gesessen sind. Die Fahrt führte uns über das subtropische Klima bis hinauf nach Airlie Beach, das bereits im tropischen Klimabereich liegt. Wenigstens hatte ich eine nette Sitznachbarin, Kristine aus Dänemark, der ich auch einige Tipps für Neuseeland geben konnte, da sie dort die komplette Magic-Bus-Tour gebucht hatte, von der ich einen Großteil doch auch gemacht hatten. Airlie Beach ist eine kleine Partystadt und Drehscheibe für die Segelturns zu den Whitsunday Islands, eine der Must-Go’s, gegen die ich mich ja aber aufgrund der Schlechtwettervorhersage entschieden hatte. Am Abend war das Wetter in Airlie Beach zwar gut, die Leute in meinem Zimmer (wieder einmal alles Briten) erzählten aber mit gemischten Gefühlen von ihrem Segelturn auf die Whitsunday Islands, von dem diese gerade zurück gekommen waren. Das bestärkte mich dann doch in meiner Entscheidung, diese auszulassen. Schöne Inseln und Strände habe ich immerhin auf Tahiti und auch auf sonst schon gesehen, auch habe ich Bali zum Tauchen gehen noch vor mir. Kurz vor Sonnenuntergang (nachdem wir angekommen waren) spazierte ich mit Ben (man staune, ein Engländer), zum Hafen von Airlie Beach, danach gab’s ein gemeinsames Abendessen in unserem Hostel, bei dem sich der halbe Bus traf. Auch wenn unten eine riesen Party im Gange war, schickte mich die Anstrengung der langen Busfahrt früh, aber glücklich ins Bett. 

24.03.

Am Sonntag ging’s wieder früh los, auf zum Oz-Bus. Diesmal mit komplett neuer Gruppe, da alle anderen (ich erkannte jedenfalls im Bus niemanden wieder) in Airlie Beach geblieben waren, um auf einen Segelturn zu gehen. Die heutige Busfahrt sollte nicht allzu lange dauern, mittags kamen wir mit dem Bus in Townville an, unserem heutigen Etappenziel. Nach einiger Wartezeit setzten wir dann mit der Fähre auf Magnetic Island über, wo wir übernachteten. Auf der Fahrt hierher durchfuhren wir die Grenze zum tropischen Klima, was wir spätestens beim Aussteigen aus dem Bus bzw. auf Magnetic Island zu spüren bekamen. Eine extreme Schwüle durchzog die Luft, ungewohnt schwül. Das hatte ich zuletzt auf Tahiti, aber auch nicht so extrem. Auf Magnetic Island brachte uns schließlich ein Shuttle-Bus zum Base Backpackers Hostel, einer Bungalow-Anlage direkt am Meer. Wirklich cool. Mit ein paar Mädels aus meinem Zimmer wollte ich dann eigentlich zum Pool bzw. zum Strand, bis ich die Tauschschule, die inmitten des Geländes gelegen war, entdeckte. Die Leute dort bereiteten sich gerade auf einen Tauchgang vor, also fragte ich, ob ich denn nicht mit durfte. Klar, kein Problem sagte die Chefin, eine Salzburgerin, und ab gings, nachdem ich noch einige Formulare ausgefüllt hatte. Der Tauchgang war nicht weit vom Ufer entfernt (also nicht am Great Barrier Reef – das wäre mindestens ein Tagesausflug). Die Sicht unter Wasser war aber irrsinnig schlecht, das Meer war von vergangenen den Stürmen noch zu sehr aufgewirbelt. Ein paar coole Fische und Korallen konnte ich sehen, alles in allem hat sich der Tauchgang aber nicht wirklich rentiert. Okay der Preis war mit 50 Dollar aber auch nicht allzu hoch. Abends gabs im Hostel All-you-can-eat-BBQ, ich war mittlerweile auch schon sehr hungrig. Mit im Zimmer war auch Anja aus Bayern, mit der ich dann gemeinsam mit ihren Freunden (ein Pärchen, sie aus Holland, er aus Irland) den Abend verbrachte. Ich traf auch Joe, meinen ersten Oz-Busfahrer im Hostel, er sollte auch unser morgiger Oz-Busfahrer nach Cairns sein. 

Am Montag klingelte der Wecker um sieben, um acht fuhr dann der Shuttle-Bus wieder zurück zum Hafen. Mit der Fähre ging’s dann wieder zurück nach Townsville und mit Joe ab Richtung Norden. Einige hundert Kilometer standen heute wieder auf dem Programm. Nach einzelnen Zwischenstopps für Frühstück, Mittagessen und in Mission Beach, wo einzelne aus- und zustiegen, kamen wir schließlich zu einer Crocodile Farm, die Teil des Oz-Trips war. Eine richtig tolle Sache: Es begann schon so, dass einer der Ranger mit einem Mini-Croc in den Bus kam und es den Mädels in der ersten Reihe auf den Schoß setzte, drinnen durften wir es dann alle mal halten und bekamen auch eine Schlange um den Hals gesetzt sowie eine Echse in die Hand. Richtig cool. Ist schon echt aufregend, eine lebende und sich bewegende Schlange um seinen Hals und seinen Körper zu haben! Auf der Farm zeigten sie uns dann noch einige Krokodile, harmlosere und aggressivere, die sie schließlich mit einem Hähnchen fütterten. Das war wirklich „amazing“! Wow. Weiters kamen dann auch noch ein paar Kängurus angehüpft, die wir streicheln konnten, darunter auch ein Mama-Känguru mit Baby-Känguru im Beutel, echt süß! Neben Dingos haben wir auch noch einige andere australische Tiere gesehen, von denen ich jetzt gar nicht weiß, wie sie heißen, war aber echt toll. Und einige richtig nahe, so richtig zum angreifen. Um etwa halb sieben kamen wir dann schließlich in Cairns an, Joe, unser Busfahrer, lieferte noch alle bei ihren Hostels ab. Vom kompletten Bus war nur eine zweite im selben Hostel, das ich mir gebucht hatte, aber egal. Ich checkte ein, kochte mir noch eine Lasagne zum Abendessen und verbrachte den Abend noch relaxend im Hostel, bevor ich früh schlafen ging. 

Dienstag war einer der ersten Tage ohne Wecker. Fein. Naja um acht war ich trotzdem auf, um elf sollte mich dann das Airport-Shuttle zum Flughafen für den Flug nach Darwin bringen. Dazwischen erledigte ich noch so einiges: Wäsche waschen stand wieder einmal auf dem Programm, damit ich auf der Safari im Northern Territorry dann genügend Wäsche habe. Ich brachte auch noch meine defekte Kamera samt der Verpackung der neuen zur Post, da ich die ganze Schachtel nicht auch noch die restlichen drei Wochen mit mir rum schleppen wollte. Der Transfer zum Flughafen klappte perfekt, auch wenn ich diesen fast verpasst hätte (weil ich so viele Formulare in der Post habe ausfüllen müssen), das Einchecken klappte auch klaglos. Im Flieger bereitete ich mich dann etwas auf Bali vor, was ja mein nächstes Ziel nach Australien sein wird. Der Flug war problemlos, bis auf den älteren Engländer, der sich durch die vor ihm sitzende Französin beengt fühlte, als sie ihren Sessel nach hinten klappte und er begann, heftigst an ihrem Sessel zu rütteln. Vom Flughafen in Darwin ging’s dann wieder per Shuttle zum Hostel. Man spürt hier, dass man wieder um einiges näher dem Äquator ist. Puhh. Schwül! Noch was witziges: Zu Österreich habe ich hier jetzt 8h 30min Zeitverschiebung, da kommt man schon beim Rechnen ins Schwitzen! Na gut. Nach dem Einchecken ins Hostel begab ich mich eine kurze Tour durch Darwin und kaufte mir schließlich ein paar Zutaten für ein Sandwich, so wirklich viel hatte ich während des Tages ja noch nicht gegessen, da es auch im Flieger nichts gegeben hatte. Am Abend unterhielt ich mich mit einem Taiwanesen in meinem Zimmer und schrieb ein wenig an meinem Tagebuch und arbeitete die Fotos der letzten Tage auf. Am frühen Abend bekam ich dann auch meinen ersten so richtigen tropischen Regen mit, plötzlich schüttete es aus Kübeln, nach einer halben Stunde war aber wieder alles vorbei. Ich musste dann auch noch meine Sachen für die anstehende dreitägige Safari in den Kakadu National Park zusammen packen, frische Klamotten hatte ich ja wieder :), immerhin sollte es morgen um 06:40 Uhr wieder losgehen. 

28.03. 

Pünktlich wurde ich am Morgen des Mittwoch vom 4WD Adventure Tour Bus abgeholt. Schon beim Einsteigen wurde ich gefragt, ob ich die wichtigsten Sachen dabei hätte: große Wasserflasche, Sonnencreme, Sonnenbrille, Hut und Wanderschuhe. Nach einem kurzen Stop im Tour-Büro ging es dann aber auch schon los Richtung Süden, in den Litchfield National Park, dem heutigen Ausflugsziel. Am Vormittag stand im Grunde nur die Anfahrt zum National Park am Programm, bis wir dann am frühen Nachmittag dort ankamen. Nach einem Mittagssnack spazierten wir zu den Litchfield National Park Falls, um uns von der tropischen Hitze etwas abzukühlen. Nach dem erfrischenden Bad ging’s weiter zu den nicht weit entfernten Spa’s (natürliche Wasserbecken), um in den Becken zu relaxen und uns von der langen Fahrt zu erholen. Unsere weitere Route führte uns zu den Mary River Wetlands, welche derzeit zum Teil unter Wasser noch stehen (es ist hier ja gerade das Ende der Regenperiode), zu sehen bekamen wir ein außergewöhnliches Flachland in den verschiedensten Grüntönen und vielen verschiedenen Tieren, darunter auch einem Krokodil, das faul in der Sonne lag. Nach dem Wetland fuhren wir weiter zum Adelaide River, wo wir einen Crocodile Cruze auf einem Boot machten und nach Krokodilen suchten. Zwei Krokodile fanden wir, die wir zur Fütterung auch direkt ans Boot locken konnten – ein tolles Erlebnis, denn diesmal gab es ja keinen schützenden Zaun zwischen uns und den Krokodilen. Beeindruckend waren auch die Vögel, die ständig um unser Boot kreisten, um eventuell auch einen kleinen Happen zu ergattern. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir schließlich zur Point Stewart Wilderness Lodge, wo Adventure Tours seine Zelte aufgeschlagen hatte. Dass wir hier wirklich mitten in der Wildnis waren, zeigten all die Tiere, die rings um uns herum waren, auch die Mosquitos hatten so ihre Freude mit uns. Nach dem gemeinsamen Essen (sämtliche Verpflegung war in der Tour inkludiert), bei dem es Kängurufleisch und Büffelwürstchen gab, saßen wir noch ein wenig zusammen, gingen nach einem anstrengenden, aber sehr eindrucksvollen Tag aber dann auch gerne schlafen. 

Donnerstag, 2. Tag unserer Safari. Um sechs Uhr krähte der Hahn. Okay, es war Nic, unser Guide, der krähte. Nach einem schnellen Frühstück fuhren wir dann in Richtung Kakadu National Park, unser erster Tageshöhepunkt sollte „The Castle“ werden. Gemeint ist dabei ein Felsen, von dem aus die Eingeborenen einen guten Blick auf die umliegende Landschaft hatten und der Felsen auch gleichzeitig Unterschlupf bei schlechtem Wetter bot. Auf den überhängenden Felsen sind auch noch einige Felsmalereien erkennbar, welche seit Jahrtausenden bestehen. Zu sehen sind jedoch nur noch rote und gelbe Malereien, da diese beiden Farben einst aus zermahlenen Pflanzenteilen hergestellt wurden und eine chemische Reaktion mit dem Gestein eingingen. Die nur aus Asche hergestellte schwarze Farbe ging keine chemische Reaktion ein und wurde im Laufe der Jahrtausende von den Felsen gewaschen. Beeindruckend jedenfalls, auch wenn wir alle uns bei der Wanderung und dem finalen Aufstieg zum „Castle“ beinahe zu Tode schwitzten. Nur wenige Minuten entfernt lag aber wieder ein „Water hole“, in dem wir uns schließlich wieder erfrischen konnten. Nach dem Mittagessen saßen wir wieder für einige Zeit im Bus, mit „Ubirr“ als Ziel, meinem persönlichen Favoriten, wie sich danach herausstellen sollte. In „Ubirr“ findet man auf bzw. unter einem überdimensionalen, überhängenden Felsen zahlreiche weitere Wandmalereien, schon fast ein ganzes Buch. Das ist aber noch lange nicht der Höhepunkt. Nach dem Aufstieg auf die Gesteinsformationen eröffnet sich einem ein sagenhafter Rundblick auf das gesamte umliegende Land, geprägt von verschiedensten Grün- und Rottönen. Nic meinte, dass derzeit auch seine liebste Zeit für diesen Aussichtspunkt wäre, am Ende der Regenperiode, an dem alles in den satten Grüntönen erscheint. Einfach beeindruckend, wow, klare Worte zu finden ist hierfür sehr schwierig. Das muss man wirklich gesehen haben! Während der Regenzeit ist dieses Gebiet großteils auch gar nicht erreichbar, da man am Weg dorthin eine Stelle passieren muss, welche unter Wasser steht. Derzeit waren es gerade „noch“ rund 80cm, die maximale Höhe, durch die der Tourbus kommt. Die zweite Übernachtung sollten wir in Jabiru haben, einem ähnlichen Camp wie das des Vorabends. Zu Essen gab es Reis mit Curryhühnchen. Noch zum Tag: Eines der wichtigsten Gebote: Viel trinken, sonst überlebt man diese schwüle Hitze nicht. Ich bin sicherlich kein Vieltrinker, aber auch ich bin auf meine acht Liter Wasser während des Tages gekommen – und wer mich kennt, weiß was das heißt! Das ist unglaublich, wie viel Flüssigkeit man hier braucht!

Freitag, halb sechs Uhr morgens: Aufstehen, Frühstücken und zusammenpacken. Die Sonne war noch nicht einmal aufgegangen und man schwitzte schon wieder. Nach zweistündiger Fahrt, auf der wir unterwegs an einem riesigen, noch intakten Termitenbau vorbei gekommen waren, machten wir uns auf zu einer Wanderung nach Yurmikmik, einer weiteren Gesteinsformation mit Wasserfall und Badeoase in toller Kulisse. Nach der Rückwanderung fuhren wir noch zum Molire Rock Wasserfall, bevor es schließlich Mittagessen gab und wir uns auf die lange Rückfahrt nach Darwin machen mussten. Alles in allem ein wirklich tolles Erlebnis, das ich gerne weiter empfehlen kann. Auch Adventure Tours war toll, ich wurde keineswegs enttäuscht. Wir lernten auch viel über die alten Kulturen oder Flora und Fauna, wirklich toll. In Summe fuhren wir an diesen drei Tagen rund 1.250 km, um einen Eindruck von den Entfernungen hier zu bekommen. Zusammen mit Neuseeland und der Ostküste bin ich somit bei rund 7.000 bis 8.000 Kilometern im Bus während der letzten fünf Wochen. Nagut, abends wurden wir von Adventure Tours noch zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Lokal in Darwin eingeladen, von unserer Gruppe waren alle dabei, war schließlich ein wirklich netter Abend und schöner Ausklang unserer Tour. 

03.04.

Den Samstag morgen nutzte ich endlich einmal, um ein wenig auszuschlafen. Danach arbeitete ich erst mal die vielen Fotos der Safari auf und genoss die gewonnenen Eindrücke nochmals. Nachmittags machte ich mich dann einen gemütlichen Spaziergang durch Darwin und schaute mir ein wenig die Stadt an. Ich traf mich auch noch mit Martin von der Safari auf einen gemeinsamen Brunch. Ich versuchte auch die vielen Fotos auf meiner Webseite online zu stellen, innerhalb von zwei Stunden war das aber im Internetcafe sogar nicht möglich, zu lahme Verbindungen. Abends traf ich mich wieder mit Martin zum gemeinsamen Abendessen und schließlich noch auf ein gemütliches Gläschen Wein auf der Terrasse seines Hostels. Nachdem wir dort gehen mussten, versuchten wir in den Club vom Vorabend rein zu kommen, was aber nicht möglich war, weil ich keinen Ausweis mit hatte. Auch was neues für mich, aber in Darwin braucht man tatsächlich für jeden Club einen Ausweis, ganz egal wie alt man ist. Wir hörten sogar von einem Freund, der eine ca. 65-jährige beobachtete, die auch nicht rein durfte, weil sie keine ID mit sich hatte ... das ist wohl wirklich übertrieben. In den Clubs sorgen Security-Guards dafür, dass man ja nichts unerlaubtes macht – schon fast diskriminierend, erschreckend. „That’s the law“ bekommt man als Antwort, wenn man um Aufklärung bittet, oder „law has changed after 9/11 and will never be the same“. 

Am Sonntag hieß es für mich bis um 10:00 Uhr aus meinem Hostel auszuchecken, danach machte ich mich nochmals auf ins Internetcafe, um meine Fotos online zu stellen und noch ein paar Recherchen für Bali anzustellen. Nachmittags traf ich mich nochmals mit Martin auf ein wenig Smalltalk und um uns im Pool meines Hostels noch etwas von der Hitze abzukühlen, bevor mich dann der Airporttransfer vorm Hostel abholte. Transfer, Einchecken und Flug klappten klaglos, am Flughafen in Darwin nutzte ich noch die gratis Internetverbindung und die verbleibende Zeit, um noch ein paar Postkarten zu schreiben. Good bye Australia!











Fotos von Sydney City 
Harbour Bridge & Opera House 














Hyde Park 
Botanischer Garten 
Opera House & Harbour Bridge
Auf den Harbour Bridge Pylons












Bootfahrt nach Manley
















Crescent Head
































Spot-X
























Aquarius Hostel



















































Nimbin




Rous Water Rainforest Reserve

Beim Wasserfall











BBQ am Strand









Beim Surfen







Cape Byron







































Brisbane








































Mooloolaba Beach
Noosa Beach











Auf nach Fraser Island
























Lake Wabby





Beim BBQ











Lake McKenzie









Regenwald
















Lake Birrabeen






































Southern Cross Hostel




























Quad-Tour















Airlie Beach























Magnetic Island















Townsville


Crocodile Farm















Am Flug nach Darwin


























Litchfield National Park




Mary River Wetlands



Crocodile Cruze




Point Stewart Wilderness Lodge







The Castle







Water hole


Ubirr Wandmalereien

Ubirr Ausblick














Termitenbau
Yurmikmik
Molire Rock














Darwin