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12.02.

Mo'orea / Tahiti: 17°30'10''S, 149°54'55'W, 18.732km away from home

Der Flug nach Papeete verging fast „wie im Flug“. Wir starteten bereits knapp eine halbe Stunde früher, da schon alle Passagiere in der Maschine waren und da es wieder ein LAN-Flug mit der selben Boeing wie hisher auch war, hatte ich wieder Strom und konnte den ganzen Flug an meinem Notebook verbringen. Abflug war somit um ca. 21:30 Uhr, die Flugdauer eigentlich 6:20 Stunden, geplante Ankunft in Papeete (Tahiti) um 23:20 Uhr. Irgendwie hatte ich mich bei meinem Flugplan beim Umstellen der Uhrzeit verrechnet, jedenfalls hatte ich meine Uhren um nur vier anstatt fünf Stunden zurückgestellt. Nach einiger Zeit am Notebook wurde ich dann doch müde und wollte mich noch kurz schlafen legen, doch da hieß es schon anschnallen und wir setzten zum Landeanflug an. Irgendwie traute ich der gebrochen englisch sprechenden Stewardess nicht ganz, als sie meinte, dass es „five to ten pm“ in Papeete sei. Auf meiner Uhr war es doch bereits 23:00 Uhr, geplante Ankunft war um 23:20 Uhr, mit dem früheren Abflug stimmte das genau überein. Am Flughafen wurden alle Passagiere vom Bodenpersonal mit einer kleinen weißen Blume, die man sich hinters Ohr stecken sollte, empfangen, echt nett! In der Empfangshalle warteten schließlich auch duzende Hoteltaxifahrer mit Blumenhalsketten auf ihre Gäste. Der erste Blick auf die Straße zeigte mir sofort, dass Tahiti und seine Inseln wahrscheinlich nur schwer mit der Osterinsel vergleichbar sind – vor dem Flughafen warteten jede Menge neuer, guter und schöner Autos und Kleinbusse. Die Hotels und Resorts sind perfekt organisiert, die Straßen glatt asphaltiert und sauber. Mein weiterer kurzer Spaziergang in die frische Luft führte mich über den großen Parkplatz des Flughafens und zeigte ein selbes Bild: aktuelle europäische Autos, die meisten kaum älter als vier oder fünf Jahre, vergleichbar oder sogar besser als bei uns zu Hause. Na gut, dass diese Inseln nicht arm sein können, war mir spätestens seit meiner detaillierten Vorbereitung und dem Studium der Preise hier auf Tahiti klar. Zurück in der Empfangs- und Abflughalle traute ich meinen Augen nicht: Die Uhr zeigte 22:30 Uhr an, also eine Zeit, zu der wir noch gar nicht gelandet hätten sein sollen. Ich kannte mich gar nicht mehr aus. Aber einer Uhr in einer Abflughalle eines internationalen Flughafens sollte man doch Vertrauen schenken können?! Schon ziemlich müde von den Strapazen (ohne die Zeitumstellung war es ja bereits halb vier morgens) kam ich auch auf keinen grünen Zweig mehr und vertraute schließlich einfach der Abflughallenuhr, immerhin stimmte diese auch mit der Ansage der Stewardess überein. Aber dann hätten wir 80 Minuten zu früh gelandet sein müssen, na ja, ich beließ es einfach dabei. Ich war in Papeete auf Tahiti, das war ich mir sicher. 

Bis ein Uhr morgens war am Flughafen dann noch recht viel los, danach wurde es relativ ruhig und ich legte mich auf einer Bank schlafen, so gut es ging eben. So ging es im Halbschlaf bis um fünf Uhr morgens. Ich packte meine sieben Sachen und machte mich auf rüber zum zweiten Terminal, wo die Schalter von Air Moorea sind. Diese Airline bietet nämlich Flüge um ca. 40 Euro auf Moorea an, Air Tahiti verlangt über 100 Euro, Air Tahiti fliegt dafür aber auch auf alle anderen Inseln. Das Terminal dort war erst mal noch geschlossen, also wartete ich noch etwa 40 Minuten, bis ich mir dort dann mein Ticket kaufen konnte. Das klappte klaglos, auch das Einchecken in die Propellermaschine (gut, wir waren nur drei Passagiere) und der Flug, der etwa sieben Minuten, mit Start und Landen ganze zehn Minuten dauerte. Zum Flug hatte ich mir auch ein Upgrade für einen Transfer auf Moorea gekauft, so suchte ich dann, angekommen am dortigen Flughafen, nach dem entsprechenden Transferunternehmer (es sind einige Ständchen dort). Dieser sagte mir, dass er aber noch auf die Maschine um acht Uhr warten müsse, immerhin war es ja auch erst viertel nach sechs in der Früh ... also noch mal zwei Stunden die Zeit auf einem Flughafen (auch wenn das Gebäude vielmehr dem von den Osterinseln glich) totschlagen. Ich versuchte ein wenig zu schlafen, klappte leider nicht. Um viertel nach acht ging’s dann aber los Richtung Camping Moorea, der liegt im Nordwesten der Insel, genau in jenem Bereich, in welchem auch die schönen, weißen Sandstrände der Insel sind. Nagut, das war kein Zufall, das hatte ich mir immerhin ja zuvor entsprechend ausgearbeitet und ausgesucht. Von der Landschaft bekam ich während der Busfahrt leider nicht allzu viel mit, ich war zu müde. Die ersten Eindrücke erinnerten mich jedoch etwas an Korsika – die europäischen Autos, französische Kennzeichen, Französisch als Sprache. Es fehlten nur die Autofahrer, die ihren linken Arm aus dem Fenster hängen ließen :)

Beim Camping Moorea checkte ich erst mal in mein Zimmer ein, reserviert hatte ich nicht, aber das war kein Problem, da nicht viele Leute da waren. Ach ja, das hatte ich bisher vergessen: Mein Handy funktioniert hier nicht (ich bekomme kein Netz) und sämtliche Telefonzellen funktionieren nur mit Wertkarten und Telefonwertkarten konnte ich seit meiner Ankunft Abends auf Tahiti keine kaufen. So wanderte ich gleich mal in ein Internetcafe, etwa 10 Minuten vom Camping entfernt, um daheim Bescheid zu geben, dass ich gut und heil, aber müde, in Moorea angekommen war. Der Rest des Tages ist relativ schnell beschrieben: Schlafen. Ich legte mich dann um etwa zehn Uhr vormittags schlafen und schlief mit einigen kürzeren Unterbrechungen (mal aufs Klo gehen, viel trinken, etc.) bis am nächsten Tag um vier Uhr in der Früh. Da war ich dafür dann wieder fit und mein Kopf fühlte sich wieder um einige Kilos leichter...

Am Dienstag ging ich dann erst mal ausgeschlafen nach Hause telefonieren und meine Fotos von der Osterinsel online stellen. Eigentlich wollte ich zum Einstand auch gemütlich in einem Cafe frühstücken gehen, da es aber nur Restaurants gab und der Vormittag bereits angebrochen war, ließ ich mir schließlich eine Pizza bringen. Danach ging ich noch ins Geschäft, um mir einiges zu trinken zu besorgen und dann ging’s zurück zum Camping. In mein Zimmer hatte mittlerweile auch eine Französin aus dem Süden Frankreichs eingecheckt, es dauerte nicht lange, dann kam auch noch ein weiterer Franzose aus Paris. Beide sprechen nur Französisch und weder Englisch noch Deutsch, aber irgendwie können wir uns schon verständigen, mittlerweile bin ich das ja gewohnt. Am Nachmittag spazierte ich etwas in den Norden der Insel, dem Strand entlang, und schwamm rüber auf eine der Privatinseln und dann wieder retour. Das Wasser ist so klar hier, ich kann’s Euch gar nicht sagen! Phantastisch! Der restliche Tag verging mit Rasten und schließlich mit einem gemeinsamen Abendessen mit den beiden aus meinem Zimmer – etwas spartanisch, wie es eben bei Backpackern so üblich ist :). Er machte sich Nudel mit Thunfisch, sie ein Thunfisch-Mais-Gemisch und ich aß das restliche Stück Pizza, das mir noch vom Brunch übrig geblieben war. Regen Appetit hat man hier, wahrscheinlich aufgrund der Hitze, nicht wirklich, vielmehr ersäuft man sich mit Wasser und Säften. A pro pos Hitze: Gisela hat mir geschrieben, dass sie gerade minus 13 Grad hätte, tja wir haben über 30 Grad im Schatten und nachts auch noch 27 Grad. Die Abende hier sind nicht wirklich lange, die Sonne geht schon recht zeitig um ca. halb sieben unter, zwischen neun und zehn sind wir schließlich auch schlafen gegangen. Vorher, nach dem Essen, habe ich auch noch Toni, einen jungen Deutschen aus Dresden, kennen gelernt, er ist quasi auch auf Weltreise, aber nur in Französisch Polynesien. 

Am Mittwoch war ich bereits wieder um fünf wach. Irgendwie hatte mich ein Rascheln im Zimmer aufgeweckt, einen meiner Ohrenstöpsel hatte ich verloren. Es waren drei kleine Mäuse, die in unserem Zimmer ein Rennen veranstalteten und alle unsere Sachen inspizierten. Als ich aufstehen wollte, um diese zu verjagen, lief mir eine sogar direkt über meine Füße ... brrr :). Zwei der drei zogen sich zurück, die dritte hielt sich hartnäckig in unserem Zimmer. Glücklicherweise konnte ich auch sehen, wie diese ins Zimmer gekommen waren – und zwar unter dem Türschlitz der Eingangstüre durch. Da die Sonne jedoch bereits beim Aufgehen war, studierte ich einen Moorea-Guide, den ich am Flughafen bekommen hatte, darin ist wirklich alles Wichtige der Insel gut beschrieben, auch auf Englisch. Zurück nach Tahiti (ich werde die letzte Nacht auf Tahiti verbringen müssen, da mein Weiterflug wieder bereits früh morgens ist) werde ich dann mit der Fähre fahren, das Schnellboot benötigt etwa eine halbe Stunde und kostet rund 10 Euro. Um halb acht ging ich dann mal schnell meine Emails checken, kurz telefonieren und mir was zum Frühstücken und auch gleich für Abends einkaufen. Am späteren Vormittag bin ich dann mit Toni gemeinsam wieder in den Norden der Insel, und dann weiter in den Osten gewandert, wieder entlang dem Strand. Diesmal hatte ich meine Kamera mit und konnte einige sensationelle Fotos schießen, die Lichtverhältnisse, die Sonneneinstrahlung und das Wetter passten, einfach perfekt! Zum Schwimmen gehen suchten wir uns natürlich den schönsten Strand aus, gottverlassen, landschaftlich himmlisch. Hier konnte ich auch erstmals so richtig die Unterwasserfunktionalität meiner Kamera testen. Aufgrund der Helligkeit der Sonne und des Sandes und meiner verdunkelten Schwimmbrillen musste ich zwar „blind“ fotografieren, dafür sind einige der Unterwasseraufnahmen aber wirklich toll geworden, meiner Meinung nach jedenfalls. Naja, nach einiger Zeit mussten wir wieder aus dem Wasser raus und zurück, die Sonne ist auch recht intensiv, wenn auch nicht so extrem aggressiv wie auf der Osterinsel. Zuhause angekommen, war erst mal kurz rasten angesagt, ich legte mich in die Hängematte vor dem Strand, wo auch meine beiden Zimmerkollegen waren und alle gemeinsam verbrachten wir hier eigentlich den Rest des Nachmittags. Am späteren Nachmittag ging ich noch mit den beiden vorm Camping Moorea baden bzw. etwas schnorcheln, was aber keine leichte Aufgabe ist. Das Wasser ist bis zu den Riffen draußen am Meer nirgends tiefer als 50 oder 60cm, die Korallen jedoch meist 20 bis 40cm hoch, sodass man nicht mal drüber schwimmen kann. Es ist ein einziges Labyrinth um nach draußen zu kommen, nach etwa einer halben Stunde waren wir vielleicht 150m vom Strand entfernt, immer noch herum irrend. Wir haben uns schließlich an einer kleinen Bootseinfahrt einer Tauchbasis etwa 100m weiter nördlich orientiert und versuchten dorthin zu gelangen, was wir schließlich auch schafften, schnorchelten dort noch ein bisschen und machten uns dann die Bootseinfahrt entlang wieder auf den Rückweg zum Strand, bevor die Sonne unterging. Am Dienstag war die Sonne in den Wolken untergegangen, doch gestern durfte ich einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben. Ich konnte auch ein paar gewaltige Fotos davon schießen. Die Stimmung war sehr berührend und ohne deine Liebste zur Seite leider nur halb genießbar :( Der Abend entsprach etwa dem des Vorabends, nur dass ich nach dem Abendessen, während sich die anderen noch mit zwei Einheimischen unterhielten, die Fotos für meine Fotogalerie raus sortierte. Nachdem ich dem Franzosen noch alle meine Fotos meiner bisherigen Reise gezeigt hatte (bzw. er sie sich angeschaut hatte, weil sie ihn interessierten), gingen wir um zehn oder so schlafen, zuvor verbarrikadierten wir noch den Schlitz unter unserer Eingangstüre :)

16.02. 

Am Donnerstag war ich wieder um fünf Uhr wach, diese Nacht hatten wir keine Mäuse mehr im Zimmer. Ich machte mich schon recht früh zum Internetcafe, welches die Wifi-Verbindung auch außerhalb der Öffnungszeiten anbot (außer bei Problemen mit der Stromversorgung, was anscheinend öfters mal auftritt) und stellte meine Fotos online, schrieb währenddessen auch einen Teil der Berichte der vergangnen Tage auf Mo’orea. Zurück am Camping Moorrea frühstückte ich erst und stellte fest, dass ich mein Taschenmesser, mit dem ich am Vorabend meine Dosen geöffnet hatte, in der Küche hatte liegen gelassen. Naja dort lag es nicht mehr, irgend wer, ich nehme an einer der Einheimischen vom Vorabend, hatte es mitgehen lassen. Schade, das Messer hatte schon einige nette Urlaube hinter sich, aber was soll’s, genau das selbe kann ich mir wieder nachkaufen. Ärgerlich, aber es könnte vielmehr abhanden kommen. Einer der Einheimischen, der auch hier untergebracht war, meinte schlicht: „Sorry, but it’s not paradise here“. Eine wichtige Tatsache, die man trotz der schönen Landschaften hier nicht vergessen sollte, da muss ich ihm Recht geben. Um ca. zehn Uhr wollten eigentlich Toni und ich mit den Kajaks, welche vom Camping Moorea kostenlos (man glaubt es kaum) zur Verfügung gestellt wurden, raus zu den Riffen fahren. Da der aber nicht auftauchte, machte ich mit Kenny und Camille, meinen zwei Mitbewohnern eine Kajaktour. Ich erklärte mich bereit zu schwimmen, weil ja nur zwei Kajaks da waren, war auch mal ganz fein. So sah ich auch viel mehr vom Unterwasserleben, kam an einigen netten Fischen vorbei. Vor der Kajaktour, das habe ich vergessen, waren zwei große Rochen ganz in Strandnähe, die ich auch perfekt fotografieren konnte. Der eine war gerade Mal zwei Meter von mir entfernt!! Zurück zur Kajaktour: Wir „fuhren“ wieder in den Norden der Insel, zu den schönen Stränden. Ich machte dort Halt, wollte einfach raus aus der Mittagssonne und spazierte nach einem kleinen Päuschen im Schatten über den Strand wieder zurück. Toni war inzwischen auch wieder zurückgekommen, die einheimischen „Freunde“, die er am Vorabend kennen gelernt hatte, hatten ihn durch die Gegend gefahren und mit auf ihre Cannabisplantage genommen! Toni war echt außer sich! Den Großteil des Nachmittags verbrachte ich in „meiner“ Hängematte dösend über dem Strand, einige Postkarten schreibend. Während des Abendessens kamen wieder ein paar Einheimische daher, schräge Vögel, zum Teil angetrunken und/oder zugekifft. Ich verabschiedete mich dann recht schnell auf mein Zimmer, diese Typen waren mir doch zu schräg. Camille kam auch gleich mal, ich glaube der waren die Typen auch unangenehm. Mit ihr „plauderte“ ich dann den restlichen Abend, so gut es ging eben, aber das bin ich ja schon gewohnt :)

Freitag war schließlich der erste Tag, an dem ich etwas länger schlief: Bis um sieben. Nach meinem alltäglichen Spaziergang zum Internetcafe nahm ich mir vor, zu der Stelle zu spazieren, wo man angeblich mit Haien schwimmen könne. Von der Rezeptionistin wurde sehr ans Herz gelegt, dorthin mit einem der Kajaks zu fahren, da es relativ gefährlich war, jedoch nicht aufgrund der Haie, sondern aufgrund des regen Bootsverkehrs dort, da auch Touristen von anderen Hotels dorthin gefahren werden, um die Haie anzusehen. Nagut, dann nahm ich eben das Kajak, packte mir sogar einen Strick ein, mit dem ich das Kajak schließlich an mir oder an einem Anker anbinden könnte. Als ich dort angekommen war, fand ich jedoch einen extrem starken Seegang und Wind vor, welcher mir das Schnorcheln fast unmöglich machte. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich an der richtigen Stelle war, na ja jedenfalls brach ich meine Schnorchelei in diesem Wellenbad ab, nachdem die beiden ersten Boote, die mich passierten, Halt machten und fragten, ob alles in Ordnung wäre. Von außen dürfte es vielmehr danach ausgesehen haben, als ob ich mit meinem Kajak in Seenot geraten wäre, aufgrund der heftigen Schaukelei. Na gut, rauf aufs Kajak und zurück, Haie hab ich leider keine gesehen, aber das ist auch höhere Gewalt... Am Nachmittag kam Toni recht aufgelöst von einer Bergwanderung zurück, hatte er sich doch beim Rückweg verlaufen (die Beschilderung sei miserabelst und die Wanderwege kaum gekennzeichnet) und musste sich schließlich knapp zwei Stunden mitten durchs Dschungel-Gestrüpp nach unten schlagen! Am Nachmittag machte ich ein kleines Nickerchen im Zimmer, am Abend wurden wir von dem finnischen Paar am Campingplatz zu Spaghetti eingeladen. Am Abend „unterhielt“ ich mich noch eine Weile mit Kenny, bevor wir schließlich wieder schlafen gingen. 

Samstag, meinen Abreisetag von Mo’orea, ließ ich gemütlich angehen. Nachdem ich gefrühstückt und mein letztes Internetguthaben aufgebraucht hatte, begann ich langsam meinen Rucksack zu packen. Mit Toni gemeinsam machte ich mich schließlich auf, einen Bus in Richtung des Hafens (also egal in welche Richtung, weil der Hafen ziemlich genau am anderen Ende der Insel war) zu bekommen. Normalerweise läuft das hier so, dass man einfach auf den Bus wartet, wenn er kommt, dann kommt er, man winkt ihm und steigt ein. Oder man legt einen Zweig auf die Straße, dann weiß der Busfahrer, dass er hier halten soll. Na gut, nach eineinhalb Stunden Warten und drei Bussen die uns passierten, bei welchen die Busfahrer immer nur mit dem Kopf und dem Finger schüttelten, wurde es Toni, der eigentlich mit dem Bus einfach ein Mal um die Insel fahren wollte, zu viel und er verabschiedete sich. Ich entschied mich schließlich mein Glück beim Autostoppen zu versuchen. Dies erwies sich jedoch um einiges mühsamer, als erst angenommen, denn erst nach knapp einer weiteren Stunde und doch schon einigen Kilometern des Wanderns samt vollem Gepäck erbarmte sich ein Jeepfahrer und nahm mich ein ganzes Stück mit, bis in die Nähe des Flughafens, von dort war es auch nicht mehr allzu weit bis zum Hafen, wäre wahrscheinlich in einer Stunde auch zu Fuß möglich gewesen. Er war mit „Sack und Pack“ unterwegs, seine Freundin hatte ihn gerade rausgeworfen, erklärte er mir – der Arme! Von dort nahm mich aber gleich nach zwei oder drei Minuten ein weiteres Auto mit, zwei Einheimische, die von Waldarbeiten nach Hause fuhren. Sie brachten mich direkt zum Dock, auch wenn es für sie ein kleiner Umweg war, wie ich denke. Sehr nett. Dort angekommen kaufte ich mir ein Ticket, ca. 40 Minuten später ging’s los. Ich kam genau richtig zur Abfahrt des schnellen Katamerans, die Fahrt dauerte nur knapp 30 Minuten nach Pape’ete, der Hauptstadt von Tahiti. Dort angekommen spazierte ich ca. 15 Minuten ins Hostel und checkte dort ein, problemlos. Am späteren Nachmittag spazierte ich dann noch durch Pape’ete, einer Stadt, die weder recht schön ist, noch wo wirklich viel los ist, fast ausschließlich eben nur deswegen bekannt, weil hier alle internationalen Flüge nach Französischen Polynesien landen und nur von hier zu den einzelnen Inseln weiter geflogen werden kann. Also ein Stadtbesuch lohnt sich nicht wirklich, wenn man die Zeit zwischen zwei Flügen nutzen will. Das Teamo Guesthouse, in dem ich übernachtete, war das billigste der Stadt, kann ich aber mit gutem Gewissen für Backpacker empfehlen. Es war sehr in Ordnung und sauber dort, nette Zimmer und Gemeinschaftsküche, wie ich es von den letzten Tagen am Camping Mo’orea nicht mehr gewohnt war. Das für 25 Euro die Nacht, die nächstgünstigsten beginnen bei 60, sind aber wahrscheinlich auch nicht viel besser. Am Abend bereitete ich mich nach einem Nickerchen noch ein wenig auf Neuseeland vor, eine Mitarbeiterin von Alex hatte mir hierfür extra was ausgearbeitet – ich muss sagen, das ist mir eine wirklich große Hilfe. Ich glaube nach Auckland werde ich genau die von ihr vorgeschlagene Route einschlagen, das liegt genau in meinem Plan. Perfekt!

Die restliche Nacht verlief ruhig, bis mein Wecker um 04:30 Uhr klingelte. Nach einem kurzen Frühstück (das Stück Baguette, das ich noch hatte) machte ich mich auf meinen Weg zur Bushaltestelle. Ich hatte extra genügend Zeit eingeplant, da es auch hier keinen wirklichen Abfahrplan für die Busse gab, es hieß nur, dass die Busse auch nachts fahren, nur nicht so oft. Nach wenigen Minuten kam unerwartet früh auch schon der erste Bus, das war zwar nicht der Flughafenbus, führ aber trotzdem auch nach Faa, dem Ort, wo der Flughafen ist, also stieg ich ein. Im Bus waren jede Menge Einheimische, die vom Ausgehen nach Hause fuhren, das war recht amüsant, auch wenn mir nicht ganz wohl war. Als ich die Lichter des Flughafens in der Nähe sah, stieg ich aus und spazierte runter zum Flughafen, vielleicht 5 Minuten von der Haltestelle enternt. Ich war also schon recht früh am Flughafen, trotzdem war die Schlange vor den Schaltern für den Auckland-Flug schon recht lang, wo ich mich dann auch einordnete. Check-In, Sicherheitskontrolle und sonst alles klappten einwandfrei, nur der (einzige) Kontrolleur der Reisepässe arbeitete sehr genau und ließ sich keineswegs stressen, produzierte somit eine weitere, recht lange Reihe, an der man sich anstellen musste. 

Jetzt gerade sitze ich in meinem Flieger, habe diesmal leider keine Steckdose. Ankommen werde ich in Auckland erst morgen Mittag, nein genauer gesagt heute Mittag und bin gestern früh losgeflogen, da wir gerade schon über die Datumsgrenze geflogen sind. Das ist schon etwas komisch. Also mein 16.02. dauerte genau 10 Stunden. Mehr hatte ich von dem Tag nicht. Das ist schon witzig und ein komisches Gefühl zugleich! 

So ganz allgemein würde ich doch noch gerne ein paar Gedanken zu Tahiti bzw. Mo’orea festhalten. Der Spruch des Einheimischen „Sorry, it’s not paradise here“ geht mir nicht aus dem Kopf: Die Landschaft (das Meer) ist zum Teil wirklich paradiesisch schön, das kann ich ja auch nicht verschweigen, wenn ihr meine Fotos anschaut. Trotzdem gebe ich ihm Recht. Es war auch so, dass ich mich irgendwie ständig etwas unwohl und unsicher gefühlt habe, wie ich es nicht einmal in den großen Städten hatte, wo die Kriminalität, statistisch gesehen, aber sicherlich um einiges höher ist. Ich denke, in den großen und guten Hotels braucht man diese Sicherheitsbedenken nicht zu haben, dafür bezahlt man aber für das Zimmer ab 500 Euro aufwärts pro Nacht. Die „günstigen“ Unterkünfte hier im Preisrahmen von 100 bis 300 Euro pro Nacht sind sicherlich genauso wenig sicher, wie es auch bei mir am Campingplatz war, da braucht man sich nichts vormachen. Und das finde ich schon krass, insbesondere auch die wirklich ausufernde Preisdrückerei (nach oben), ganz egal wofür, ob für Lebensmittel, Unterkunft, oder Freizeitgestaltung. Dass hier alles importiert werden muss, ist für mich keine Entschuldigung, dass es anders geht, habe ich nämlich auch auf der Osterinsel gesehen, wo die Preise zwar auch höher, aber doch noch in Ordnung waren. Sorry, aber das geht einfach gegen meinen Sinn, mit Geld umzugehen. Dementsprechend habe ich diese Woche auch versucht, zu sparen und nicht unnötig Geld beim Fenster raus zu werfen: In Summe hatte ich diese eine Woche Ausgaben von nur (!!) rund 250 Euro, damit kommt ein Standardurlauber hier wahrscheinlich nicht mal durch eine Nacht! Also es geht halbwegs günstig auch, wenn man will und keine hohen Ansprüche hat, auch keine Angst vor Mäusen und Schaben usw :). Die 250 Euro splitten sich wie folgt auf: 50 Euro für die Übernachtungen auf Mo’orea, 25 für die auf Tahiti, 33 für den Flug, (wirklich günstige) 6 für den Transfer zum Camping, ca. 32 fürs Internet, 20 für Postkarten und Briefmarken, 76 für Essen, Trinken und Verpflegung, 11 für die Fähre zurück auf Tahiti, 2 für den Bus nachts zum Flughafen, nichts fürs Autostoppen, Schnorcheln, die Kajaks ausleihen, schönste Strände und Sonnenuntergänge genießen, und noch einiges mehr :).

Ganz allgemein muss ich euch auch noch auf folgendes hinweisen: Wer hier herfährt mit der Einstellung Party machen zu können, ist nicht nur fehl am Platz, sondern wird sich auch über seine „Fehlinvestition“ ärgern. Los ist hier absolut nichts, vielmehr ein Ort der Erholung und Entspannung. Es gibt zwar auch vielfältiges Sportangebot, aber Partys sind wirklich nicht angesagt, außer vielleicht in Pape’ete, aber das ist wieder kein Ort, um Urlaub zu machen. Was mir auch gleich in der ersten Nacht am Flughafen aufgefallen ist (und mir schon von der Osterinsel bekannt vorkam), war das „Gegackere“ der Hühner, fast während der ganzen Nacht – sogar bis zum Flughafen waren diese zu hören. Auf Mo’orea war es nicht viel besser, auch dort hatten viele Häuser zumindest einige eigene Hühner. Etwas besser war es mit den streunenden Hunden, ich nehme an, dass in den Anlagen besserer Hotels gar keine streunenden Hunde zu Gegen sein, hier hörte ich im Gegensatz zu Osterinsel während der ganzen Woche kein einziges Mal einen Hund bellen. 

Wer Low-budget reist und Tahiti bzw. Französisch Polynesien trotzdem als Zwischenstop einlegen will, dem kann ich Mo’orea nur wärmstens empfehlen, insbesondere jenen Teil der Insel (Nord-Westen), wo ich war. Ich muss sagen, da hab ich mir wirklich den schönsten Teil der Insel ausgesucht, na gut, ein wenig Glück war auch dabei. Bora Bora soll ja die schönste der „Society-Inseln“ von Französisch Polynesien sein (die unfinanzierbaren Privat-Atolle, die man von manchen Postkarten und Dokumentationen kennt, jetzt mal beiseite gelassen), ist aber auch sehr teuer, schon alleine der Flug dorthin kostet viele hundert Euro. Unterkunft und Essen soll dort auch noch teurer sein wie auf Tahiti oder Mo’orea. Also wenn man nicht jemand ist, dem viel daran liegt, sagen zu können, dass er schon mal auf Bora Bora war, für den ist Mo’orea auch eine sehr gute, insbesondere kostengünstigere Alternative. 

Mit dem Wetter hatte ich riesiges Glück: Eigentlich wäre ja Regenzeit, es sollte eigentlich den fast den ganzen Tag regnen, tagtäglich. Na ja, ich hatte genau einen Regen-Nachmittag. Die Rezeptionistin meinte, dass das die letzten vier Jahre schon so wäre, dass sie in der Regenzeit kaum Regen hätten, obwohl sie diesen dringend brauchen würden. Sie meinte, weniger für die Pflanzen, sondern vielmehr für die Bewohner, weil denen zu heiß ist. Das mit den Pflanzen und mit Obst und Gemüse ist so eine Sache: Man könnte meinen, dass in dieser üppigen Vegetation jede Menge eigenes Obst und Gemüse angebaut wird – das ist hier aber nicht der Fall! Wer meint, er könne auf Tahiti oder Mo’orea vom einen Obst- und Gemüseständchen zum nächsten spazieren, hat sich gewaltig geirrt. Die Cocospalmen, die man so sieht, sind alle voller Cocosnüsse, diese werden offensichtlich nicht einmal geerntet. Mo’orea ist eigentlich bekannt für den Anbau seiner Ananas, aber auch nicht einmal ein Ananas-Ständchen hätte ich irgendwo gefunden. Andere Früchte wie zum Beispiel Mangos konnte man nur steinhart vor einem Privaten mit einem Mangobaum im Garten kaufen, außer einem Angebot an Bananen, die man sich bei Bedarf aber auch selbst irgendwo ernten konnte (machte der eine Einheimische am Campingplatz für uns), ist mit dieser Auflistung selbst das Angebot in den zwei einzigen Geschäften der Gegend vollkommen ausgeschöpft!! Also wer frisches Obst und Fruchtsäfte sucht, dem rate ich vielmehr seinen Urlaub in Südamerika zu verbringen, etwa in Rio de Janeiro oder Buenos Aires!

Alles in Allem bin ich von Tahiti und Mo’orea landschaftlich sehr beeindruckt und verwöhnt worden (ich liebe ja Strände). Ich komme aber nicht drum herum, mir auch über die anderen Gegebenheiten meine Gedanken zu machen, deswegen bin ich auch von so manchem enttäuscht worden, wie beispielsweise den unverhältnismäßig hohen Preisen bzw. dem, was man für dafür bekommt. Viel mehr, als sagenhaft tolle Strände, haben die Inseln meiner Meinung nach daher nicht zu bieten. Resümee: Wenn man hierher kommt, sollte man einen ausreichenden Polster am Konto haben und nicht alleine hierher kommen! Preisvergleiche während der Planung, aber vor allem auch vor Ort (z.B. Fähre statt Flug, Bus statt Transfer oder Taxi), sind sehr wichtig und können einiges an unnötigen Ausgaben ersparen. Selbstgekochte Low-Budget-Kost schmeckt meist besser als ein Menü im Restaurant mit der Rechnung „zur Nachspeise“ ;) Aber dennoch: Schöne Urlaube kann man auch an vielen anderen schönen Plätzen und Stränden der Welt machen, vielleicht sogar die schöneren Urlaube! 

Ich weiß nicht, ob ich das schon festgehalten habe, aber das finde ich noch wichtig zu wissen: Die Strände bzw. das Wasser ist nur zur Mittagszeit so schön wie auf meinen Fotos, nicht den ganzen Tag - etwa von zehn Uhr vormittags bis um zwei am Nachmittag. Die beste Zeit ist genau um zwölf Uhr. Ich nehme an, dass das mit dem Einfallswinkel der Sonne zu tun haben muss, denn jedenfalls zum Beispiel am Nachmittag wird aus dem azurblauen Meer ein Meer wie jedes andere auch. Das war schließlich auch der Grund, weshalb ich immer Mittags unterwegs war...


Koordinaten für Google Earth