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08.02.

Osterinsel / Rapa Nui: 27°9'16''S, 109°25'45''W, 15.584km away from home

Es ist schon wieder Sonntag, also der letzte Tag auf der Osterinsel. Ich hatte hier zwei nette, eindrucksvolle Tage. Schon der Anflug auf die Insel war sehr eindrucksvoll, von meinem Fenstersitzplatz aus hatte ich gute Sicht auf die Insel, bevor wir am Matavi Airport landeten. Ach ja, die Osterinsel heißt in der Sprache der Einheimischen Rapa Nui, also nicht wundern, wenn manche Fotos mit Rapa Nui beschriftet sind. Die Ankunft am Flughafen war etwas anders als auf den anderen Flughäfen, auf denen ich auf meiner bisherigen Reise war: Wenn ihr die Fotos anseht, werdet ihr verstehen was ich meine. Normalerweise landet auf diesem Flughafen täglich auch nur ein Flugzeug, Mittwochs und Sonntags zwei. Aufgrund „steigender“ Besucherzahlen soll der Flughafen aber umgebaut werden, einen französischen Architekten, der den Umbau vom technischen Aspekt planen soll, haben wir nämlich an einem Abend getroffen. Auf der Insel gibt es im Grunde nur einen Ort, die Hauptstadt, Hanga Roa. Die ganze Insel hat ca. 3.000 Einwohner, 98% davon wohnen sicherlich in Hanga Roa. Es gibt eine „Hauptstraße“ mit einigen Geschäftchen, Restaurants und Cafes. Am Flughafen wurde ich diesmal auch wieder vom Besitzer des Hostels abgeholt und mit Blumenkranz empfangen, nett! Am Weg zum Hostel zeigte er uns auch gleich noch die ganze Stadt, eine Fahrt von ca. 10 Minuten. Alles hier ist im Grunde sehr nahe dem Flughafen, die Lärmbelästigung ist aufgrund der „hohen“ Flugfrequenz aber aushaltbar :). Nach der Ankunft machte ich mich auch gleich auf, um die „Stadt“ und die Küste etwas zu erkunden. Wer meint, dass die Osterinsel eine Insel voller Strände ist, der irrt: Die Insel hat gerade einmal vier Strände, zwei davon gerade einmal 10m lang. Der Rest ist felsige Küstenlandschaft, wo man aufgrund des starken Wellengangs auch nicht unbedingt ins Wasser gehen sollte. Entlang der Küste stehen jede Menge findet man jede Menge der Statuen, für welche die Osterinsel bekannt ist, Naoi genannt. In der Hauptbucht (dem Strand) von Hanga Roa machte ich dann auch erstmals Bekanntschaft mit pazifischem Meerwasser. Da ich gerade aber keine Badesachen mithatte, musste ich das Schwimmen auf später verschieben. Zurück im Hostel nahm ich erst mal eine kalte Dusche und tankte bei einem kurzen Nickerchen frische Kraft. Am Abend ging ich ins Strandrestaurant, direkt über der Bucht von Hanga Roa. Die Speisekarte bestand hauptsächlich aus heimischen Produkten, also Fisch und Huhn. Ich entschied mich für den Fisch der Nation in Scampisouce, lecker! Am späteren Abend gings dann mit anderen vom Hostel zu einer Aufführung im Rahmen des Tapati, dem alljährlichen Festival auf der Osterinsel. Nur zufälligerweise hatte ich diese Destination genau zur Zeit dieses Festivals (dauert zwei Wochen) gewählt, erst in Chile hatte ich überhaupt von diesem Festival gehört. Bei der Aufführung spielten sie heimische Musikstücke, klang irgendwie schottisch, auch wenn die Leute einer englischen und schottischen Gruppe, die wir dort trafen, meinte, dass die Musik nicht! schottisch klinge. Dazu tanzten jede Menge Tänzer in deren Kostümen auf der Bühne. Meine Videos zeigen das sicherlich anschaulich. Nach der Aufführung gingen wir dann noch mit einigen der englischen Gruppe weg, was schließlich noch mit einem Gläschen Wein in deren Hotelzimmer endete. 

Am Samstag hätte ich eigentlich einen Tauchgang um 09:30 geplant gehabt. Nachdem ich die Nacht allerdings sehr schlecht geschlafen hatte und mein Magen nicht der Beste war, verschob ich dieses Vorhaben auf den Nachmittag. Stattdessen organisierte ich mir gleich zu Beginn der Öffnungszeiten der Shops einen Scooter (ein Moped), was sehr schwierig war zu bekommen. Mittags war nämlich ein Triathlon im Rahmen des Tapai angesagt, und zwar am Vulkan Rano Raraku am östlichen Ende der Insel. Der Triathlon einmal anders: Erst eine Runde am Kratersee mit Schilfboot und Paddeln, dann eine Runde laufend um den See mit zwei Bananenreben über die Schultern gehängt (eine links und eine rechts, insgesamt ca. 40kg schwer!), danach eine Runde ohne Bananen um den See und zuletzt nochmals eine Runde auf dem Schilfboot über den See, diesmal jedoch ohne Paddel, also nur mit den Händen rudernd. Das muss wirklich anstrengend gewesen sein! Rund um den Rano Raraku standen auch einge Naoi’s, welche ich mir noch anschaute, bevor es dann mit dem Scooter weiter ging. Auf meiner weiteren Fahrt ging’s dann noch weiter zu den monumentalen Steinplattformen, ahu genannt. Danach kam ich auch zum Hango Taharoa, einer kleinen, aber feinen Bucht mit weißem Sand und kristallklarem, hellblau schimmernden Wasser – genau der richtige Ort, um das erste Mal im Pazifik schwimmen zu gehen. Gesagt, getan – ich genoss die Wellen und das super klare Wasser, teilen musste ich die Bucht gerade einmal mit fünf anderen. Der berühmteste Strand der Insel ist sicherlich der von Anakena, dort tummelten sich auch die Leute. Quer über die Insel (okay, es gibt nur eine Straße) ging’s dann zurück in die Stadt, ich hatte ja den Tauchgang vereinbart. Eigentlich hätte ich mit einer Gruppe Anfänger (jedoch separat mit eigenem Guide) mitfahren sollen, vor Ort entschieden sie dann jedoch kurzfristig, alleine mit mir raus zu fahren und mit den anderen erst später nach der Einschulung raus zu fahren. So wurde aus dem geplanten 10m-Küstentauchtripp doch ein 26m-Tauchtripp vor der Bucht von Hanga Roa mit einem großen Korallenriffen, mehreren versenkten Ankern, einem versenkten Maoi und verschiedensten interessanten Meeresfischen, der längste ca. einen Meter lang. Nach dem Tauchgang fuhr ich zurück ins Hostel um mich zu duschen und mich etwas von der intensiven Sonne zu erholen, der ich heute nicht entgehen konnte und meine Haut (wie auch die aller anderen) doch etwas zu stark beansprucht hatte. Nach dem „kurzen“ Nickerchen wachte ich um ein Uhr morgens auf, das Festival in der Stadt war noch zu hören und somit noch im Gange. So entschied ich noch kurz dorthin zu fahren, traf allerdings niemanden, den ich schon kannte und fuhr schließlich bald wieder zurück ins Hostel. 

Gut ausgeschlafen machte ich mich heute auf den Weg zum zweiten großen Vulkan der Insel, dem Rano Kau. Von dort aus hatte man auch eine Gute Aussicht auf die Stadt. Da die Sonne schließlich schon wieder extrem intensiv wurde, entschied ich mich im schattenspendenden Vorbereich des Hostels zu bleiben und die bisherigen Fotos aufzuarbeiten sowie die Tagesberichte der letzten zwei Tage zu schreiben. Jetzt gleich werde ich mich, frisch eingeschmiert, auf den Weg zum Strand machen, dort soll der nächste Wettkampf stattfinden, außerdem habe ich bereits ziemlich großen Hunger...

Mittlerweile sitze ich im Flugzeug auf dem Weg nach Tahiti, in einer halben Stunde sollten wir starten. Zurück zum heutigen Tag: Der Wettkampf am Strand war ein Ruderbootwettbewerb mit Booten mit vier Ruderern. Wie weit die Strecke war, welche zu rudern war, konnte ich leider nicht herausfinden. Die Sonne war heute so intensiv, dass die Haut so richtig brannte, auch jene Stellen, an welchen ich keinen Sonnenbrand hatte. So suchte ich nach Möglichkeit immer schattige Plätzchen, wie fast alle anderen auch. Danach wollte ich eigentlich einen der Spieße essen, die überall direkt auf den Straßen gegrillt werden, fand jedoch keinen – es war noch zu früh dafür. So aß ich an einer der Strandbars nur schnell einen Salat, auf Rapa Nui Art (Tomaten, Bohnen, Avocados, Limetten und ein wenig grüner Salat). Danach versuchte ich in zwei Internetcafes, meine Berichte und Fotos online zu stellen, das mit den Fotos funktionierte aufgrund der extrem langsamen Geschwindigkeiten jedoch überhaupt nicht. Danach fuhr ich noch das Moped tanken und packte meine sieben Sachen zusammen. Gemeinsam mit anderen vom Hostel ging ich schließlich zum Japaner zum Abendessen, der auf halbem Wege zum Flughafen gelegen war. Alles in allem ein netter Abschied von Rapa Nui – mal sehen, ob ich in meinem Leben jemals wieder auf diese Insel kommen werde. 

Ganz allgemein sollte man zur Osterinsel noch folgendes wissen: Falls man Angst vor Hunden hat, sollte man die Insel strengstens vermeiden. Es streunen duzende, vermeintlich herrenlose herum und versuchen mit dir zu spielen. Untertags muss man förmlich aufpassen, nicht auf einen der herumliegenden Hunde drauf zu treten (liegen bevorzugt auf den Gehsteigen und mitten in Einfahrten). Ich habe zwar keine ernsthaft gefährliche Situation erlebt, für Ängstliche ist es jedoch sicherlich nichts. Rapa Nui ist auch nicht unbedingt für jene, die absolute Stille suchen oder einen leichten Schlaf haben, auch wenn man das auf den ersten Blick meinen könnte, dass es hier sehr ruhig wäre. Außerhalb der Stadt kann man zwar ganz leicht seine Stille finden, ich weiß aber nicht, ob es unbedingt empfehlenswert ist, außerhalb der Stadt zu nächtigen. Hanga Roa sollte man sich vielmehr als ländliches Dorf vorstellen, jeder zweite hat seinen eigenen Hennenstall, Hähne krähen frisch und munter auch während der Nacht. Dazu die streunenden Hunde, die auf den Straßen vor den Häusern insbesondere nachts ihre Kämpfe austragen. Die nicht allzu gute Beleuchtung der Straßen (es gibt des öfteren Probleme mit der Stromversorgung) und die dünnen Wände der Häuser wirken sich dabei auch nicht unbedingt vorteilhaft aus. Ach ja, Luxus, tollen Komfort oder hohe Standards wird man auf Rapa Nui vergeblich suchen. Meiner Meinung nach machen aber gerade diese Punkte die Insel so eindrucksvoll und einzigartig. Wenn einen diese Punkte nicht stören (wie mich), ist ein Besuch der Insel jedenfalls empfehlenswert, falls schon, sollte man die Insel eher meiden. Jedenfalls gute Sonnencreme sowie Sonnenschutz (Hut) und UV-undurchlässige Kleidung nicht vergessen :) 

Noch was, was mir eingefallen ist: Moped fährt man hier generell ohne Helm, also muss man entsprechend vorsichtig unterwegs sein. Die Autofahrer sind jedoch sehr rücksichtsvoll hier und lassen einen z.B. auf den Schotterstraßen vor ihnen fahren oder fahren auf jener Seite der Straße, in welche der Wind bläst, um möglichst wenig Staub für Dich aufzuwirbeln. Innerorts gilt eine Beschränkung von 30 km/h, außerorts 50 km/h, woran sich fast alle im Großen und Ganzen auch halten, von dem her ist das Mopedfahren auch nicht allzu gefährlich. Viel mehr an km/h würde der Großteil der Straßen hier aber auch nicht hergeben...

Obwohl eigentlich gerade Hochsaison und sogar das Festival war, war es kein Problem auch kurzfristig noch ein Zimmer zu bekommen. Auch in den anderen Hotels sah es nicht wirklich übervoll aus. Ein Zimmer zu bekommen, dürfte im Allgemeinen also nicht allzu schwer sein, egal wann. Das Hostel Kona Tau war im Preis-Leistungsverhältnis relativ sauber (es wurde täglich geputzt und sogar das Bett gemacht!) und war auch ansonsten ganz in Ordnung, Gonzales, der Inhaber, auch freundlich und hilfsbereit.

Ach ja: Eine schnelle Internetverbindung werdet ihr auf dieser Insel vergeblich suchen, man muss sich hier mit Geschwindigkeiten von maximal 1 bis 10 KBit/s rumschlagen: Normales Surfen ist zwar langsam, aber funktioniert, Skype funktioniert nur manchmal, Bilder hochladen gar nicht. Dementsprechend gab's auch Probleme beim online stellen meiner Fotos von der Osterinsel...



Koordinaten für Google Earth


Anflug auf Rapa Nui 


Die Ankunft am Mataveri Airport 





Hanga Roa 

Sebi mit Blumenkranz 
Kona Tau Hostel 




An der Küste vor Hanga Roa
 


Meine Füße erstmals im Pazifik 




Beim Tapati 
Videos vom Tapati 











Triathlon am Rano Raraku 




Naois am  Rano Raraku
 

Ahu Tongariki
 
Hango Taharoa Lagoon 



Anakena
 













Die Aussicht auf die Stadt 
Am Rano Kau 







Ruderbootrennen 









Beim Japaner zum Abendessen