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01.02.

Quilaco / Pucon: 39°18'18''S, 71°49'59''W, 13.311km away from home


Mittlerweile bin ich seit einer Woche bei Christl, Manfred, Leo und Mike in Pukon. Nun habe ich so einiges in meinem Tagebuch nachzuholen. So ganz einfach mein Tagebuch aktuell zu halten, habe ich es hier allerdings nicht: Die vier haben mich hier sehr herzlich empfangen, und unternehmen sehr viel gemeinsam. Ich muss ja auch überall dabei sein :). Das nächste ist, dass wir hier ohne permanente Stromversorgung, geschweige denn eine Internetverbindung wohnen, vergleichbar in etwa mit unserer Hütte. Da wir abends auch oft fort waren, wurde das Stromaggregat nur an zwei Abenden angeworfen, an denen ich dann meine Akkus wieder aufladen konnte. Ist aber auch mal angenehm ohne Computer und Internet, in absoluter Stille mitten im Wald! Insbesondere erholsam! Ich merke auch, dass ich hier relativ wenig Schlaf brauche und trotzdem immer recht frisch und ausgeschlafen bin. Vielleicht nun zurück zu dem, was ich alles erlebt habe.

Am Sonntag sollte ich ja um 07:15 Uhr in Pucon ankommen. Da wir um diese Zeit aber erst in Villarica (am anderen Ende des Sees) waren, verspätete sich meine Ankunft um eine halbe Stunde. Dort sollte ich dann eigentlich abgeholt werden, es war aber leider keiner da. Ich dachte mir, dass sie meine Info betreffend der Verspätung wahrscheinlich nicht bekommen hatten und wieder nach Hause gefahren waren. Ziemlich erfroren von der Busfahrt (mein Thermometer zeigte 12° C im Bus an!) machte ich mich dann auf, um Pucon ein wenig zu erkunden. Die Hauptstraße, Av. O’Higgins, war nicht schwer zu finden, und so spazierte ich ein wenig herum, auch auf der Suche, ob sie eventuell in einem Cafe auf mich warteten. Zu dieser Zeit war der Ort völlig ausgestorben, zusätzlich war es ziemlich kalt, da am Vortag ein größerer Sturm über das Land zog. Schließlich spazierte ich zurück zum Busunternehmen, um mir ein Taxi zu organisieren – leichter gesagt als getan. Der Taxler kannte den Hügel, Quilaco, nicht, wohin ich wollte. Nachdem ich ihm es auch einer (ungenauen) Karte grob erklärt hatte und ins Taxi eingestiegen war, fuhr ein zweites Taxi vor, Leo und Mike saßen drin. Sie waren am Vorabend ausgegangen und hätten mich abholen sollen. Sie hatten das Auto aber einem Chilenischen Freund, Pablo, geliehen, um Tina, eine andere Tirolerin, nach Hause zu bringen. Danach hätte Pablo mit dem Auto eigentlich gleich wieder zurück kommen sollen. Es kam, wie es kommen musste: Am Nachhauseweg im Taxi fuhren wir an einer Unfallstelle vorbei, im Graben lag mit Totalschaden ein weißer Pickup, „unserer“. Gegen die Fahrtrichtung, also muss Pablo wenigstens Tina zuvor nach Hause gebracht haben. Auch die Polizei bestätigte, dass nur eine Person im Auto war. Riesen Glück im Unglück: Pablo überlebte diesen Horrorcrash mit nur einem gebrochenen Finger und einigen Schnittwunden im Gesicht, wie sich im Laufe des Tages herausstellte. Zur Beobachtung liegt er jedoch bis jetzt noch im Krankenhaus. Zuhause angekommen, durften wir die unangenehme Botschaft dann erst mal Christl und Manfred überbringen. 

Den restlichen Vormittag und Nachmittag verbrachten wir erst mal damit, das alles aufzuarbeiten. Am späteren Nachmittag fuhren wir dann mit einem geliehenen Auto zur Therme von Pozones mit natürlichen Heißwasserbecken, um ein wenig zu entspannen. Auch das abwechselnde „Bad“ im daneben gelegenen Fluss war sehr erfrischend und wohltuend. Für den Abend wäre eigentlich ein großes Grillfest zu Manfred’s Geburtstag geplant gewesen, aufgrund des Unfalls wurde das dann aber abgesagt. Stattdessen speisten wir gemeinsam mit den anderen Tirolern vom Qulilaco-Hügel im „Hacienda Tirol“, so ging auch dieser ereignisreiche Tag entspannt zu Ende. 

Am Montag fuhren wir dann „mal schnell einkaufen“. Also so von ca. 10:00 bis 16:00 Uhr :). Okay, wir waren schließlich nicht nur einkaufen ... Manfred und Christl zeigten mir auch den ganzen Ort, den See, den Strand, den Hafen, die besten Cafes, und wir erkundigten uns nach einem Leihwagen. Am späteren Nachmittag ging Manfred mit Heli an die Trancura zum fischen, ich ging mit, um ein wenig in der Sonne zu entspannen und ein Bad im Fluss zu nehmen. Am Abend standen wir dann bei einem gemütlichen Lagerfeuer zusammen

Am Dienstag wanderte ich mit Christl über den Quilaco-Hügel, sie zeigte mir wo die anderen ihre Häuser haben und die schöne Aussicht auf den Villarica-See und den beeindruckenden Villarica-Vulkan. Am späteren Nachmittag fuhren wir schließlich noch zum Caburga-See, wo ich auch erstmals auf einem Jetski saß bzw. stand und (mehr oder weniger) erfolgreich meine Runden drehte. Leute, das ist anstrengend. Zum Strand muss man vielleicht dazusagen, dass hier die Leute alle erst gegen vier oder fünf am Nachmittag an den Strand gehen. Die Sonne ist zu dieser Zeit auch noch so intensiv, dass es heiß genug ist. Am Abend waren wir schließlich noch in Pucon essen: Auch die Chilenen haben gutes Fleisch, kann ich euch sagen! Leo, Mike und ich blieben nach dem Essen schließlich auch noch in der Stadt, um ein wenig das lokale Nachtleben zu genießen. Im „Mamas & Tapas“ saß dann ein (ehem.) Niederösterreicher mit drei Chileninnen (eine davon seine Frau) am Tisch neben uns, mit denen wir dann noch einen netten Abend hatten. 

Am Mittwoch folgte die nächste Prämiere: Ich saß erstmals auf einem Pferd. Und nicht nur das: Wir machten eine knapp fünfstündige Reittour von der „Bacher Alm“ aus auf den Vulkan zur „Gletscheralm“. Wir – das waren Christl, Manfred, Tina, Sabine, Josi und ich, die anderen waren mit ihren Moto-Cross-Bikes unterwegs. Die Reittour führte uns vorbei an tollen Landschaften, Gesteinsformationen und Wasserfällen. Okay, zum Reiten muss man sagen, dass ich das „einfachste“ Pferd bekommen hatte (im Gegensatz zu Manfred, das einmal mit ihm durchging), aber trotzdem bin ich einige Zeit auch getrabt bzw. einzelne Male auch galoppiert! Zurück auf der Bacher Alm gab’s für alle Reiter (zu Ross und zu Motorrad) noch ein kühles Serveca, ein, zwei weitere dann bei uns zu Hause, was die tollen Touren nett ausklingen ließ. Zwar müde, aber dafür mit einem Bärenhunger, fuhren Leo, Mike und ich mit Josi und Bine nach Pucon, die anderen waren wohl alle schon zu müde. Dort speisten wir bei einem offenen Grill, gut gestärkt ging’s dann wieder ins Mamas & Tapas auf ein Bier bzw. Cocktails. 

Am Donnerstag fuhren Leo, Christl und Manfred nach Villarica und Temuco um sich nach einem neuen Auto umzusehen. Die waren den ganzen Tag unterwegs und kamen erst um 10 am Abend zurück. Ich hatte am Vormittag endlich einmal mein Tagebuch und die Fotos von Santiago und Buenos Aires fertig gestellt und versuchte bei Ricardo, dem einzigen mit Internet hier auf dem Hügel, alles online auf meine Webseite zu stellen. Nachdem ich meinen Akku aber schon aufgebraucht hatte und Ricardo den Stromadapter von seiner Solaranlage auf mein Notebook nicht finden konnte, wurde aus diesem Vorhaben auch nichts. Nachmittags fuhr ich dann mit Mike nach Pucon in ein Internetcafe (bzw. ich in ein Cafe mit Wifi), wo ich auch einen Stromanschluss fand und endlich alles online stellen konnte. Auch hatte ich meine Emails von knapp einer Woche aufzuarbeiten, womit ich doch einige Zeit beschäftigt war. Selbst schuld, wenn man so viele Leute kennen lernt! :) Danach trafen Mike und ich uns noch an der Strandbar, am Strand selbst wäre beim besten Willen kein Plätzchen mehr frei gewesen. So viele Leute auf engstem Raum wie am Villarica-Strand habe ich noch nie gesehen, nicht einmal in Jesolo. Beeindruckend, aber beengend und furchteinflößend gleichermaßen. Ins Bett ging’s diesmal früh, noch bevor die anderen aus Temuco nach Hause kamen. 

Frisch ausgeschlafen versuchten wir am Freitag Geld für den Autokauf aufzutreiben. Unmöglich, sage ich euch. Das Wetter war ohnehin regnerisch, also hatten wir auch nichts besseres vor. Die Autohändler wollen nur Bares sehen und mit der Kreditkarte bekommt man nirgends eine größere Summe an Bargeld, nur täglich maximal 300.000 Pesos vom Automat. Auch der Versuch im Spielcasino Chips mit Kreditkarte zu kaufen und danach wieder in Bargeld zurück zu tauschen brachte nicht viel, da das Casino maximal 200.000 Pesos bei Zahlung per Kreditkarte herausgab. Nach langer Suche mussten wir dieses Vorhaben schließlich abbrechen: Kein Bargeld, kein neues Auto. Da sich das Wetter gebessert hatte und auch die Vorhersage für den Abend nicht schlecht war, entschieden wir uns das auf Freitag verschobene Grillfest doch zu machen. Die anderen fuhren schließlich zum Einkaufen, ich blieb noch etwas im Internetcafe um mein Gästebuch online zu stellen und zu telefonieren. Um sechs trudelten dann langsam die Gäste ein, es folgte ein irrsinnig nettes Grillfest (insgesamt 24 Leute) mit Leo als Grillmeister und fantastisch leckerem Fleisch und Salaten. Danach folgte ein geselliger Abend, später wurde bis früh in den Morgen getanzt. 

Am Samstag war ich – im Gegensatz zu den anderen im Haus – schon recht früh auf und sortierte die Fotos vom Vorabend aus, womit ich beschäftigt war, bis auch die anderen langsam aus ihren Löchern krochen. Auf zwei hatte ich mit den anderen Tirolern ausgemacht, wir wollten zum Canopying fahren. Gesagt, getan. Nun was ist Canopy: Man spannt ein Seil von einem Hügel zum anderen, hängt sich daran an und rauscht auf dem Seil hängend über die Landschaft hinweg auf den anderen Hügel. Ein tolles Erlebnis auch, wieder eine Prämiere für mich. Man schwebt durch die Lüfte wie ein Vogel und genießt die Landschaft unter sich! Cool. Gleichzeitig boten sich landschaftlich schöne Wasserfälle, die am Fuße und am Weg zu den Hügel lagen. Zurück daheim legte ich mich dann noch zwei Stunden aufs Ohr, die anderen wahren ohnehin auch ausgeflogen und nicht da. Am Abend wollten Leo, Mike und ich noch das Wochenende ausnützen und erhofften uns, dass im Ort einiges los sei. Nach zwei eher enttäuschenden Lokalbesuchen ging’s weiter in die Kamikaze, eine der In-Discos in Pucon. Dort war schließlich recht viel los, der Sound aber nur Chilenisch und eher ungewohnt für mich. Nach einer erfolglosen Suche nach einer After-Hour-Party ging’s dann früh morgens wieder zurück nach Hause, alles in allem aber ein netter Abend!


06.02.

Gerade sitze ich wieder einmal im Flugzeug, erstmals in meinem Leben mitten über dem Pazifik auf dem Weg auf die Osterinseln. Ich nutze die Zeit, um die restlichen Tagen in Pucon aufzuarbeiten. Diese waren noch recht entspannend. Das Wetter war sehr wechselhaft, teils auch schlecht, sodass wir nicht wirklich viel unternehmen konnten. Leo und Mani, die Armen, waren noch weitere Tage mit dem Autokauf beschäftigt, die beiden könnten nun schon fast ein Buch darüber schreiben. 

Zurück zum Sonntag: Ein gemütlicher Tag, lange ausschlafen, das bisherige Tagebuch von Pucon schreiben und abends mit Ricardo und seinen beiden kleinen Jungs am Lagerfeuer grillen. Da passierte mir ein Missgeschick: Beim Aufspießen des Maiskolbens für den kleinen Miro brach der Maiskolben auseinander und der Bambusspieß bohrte sich in meine Hand, unterhalb des Daumens. Von Christl wurde ich perfekt verarztet und verbunden, so hatte ich die zwei Tage darauf einen kleinen Verband an der Hand. Mittlerweile ist die Wunde wieder zugewachsen und die Schwellung stark zurück gegangen. Bei blöden Bewegungen schmerzt es noch, aber es wird täglich besser. Die Nacht auf Montag war dementsprechend – die Wunde pochte ziemlich, so hatte ich erstmals auch eine nicht allzu erholsame Nacht. 

Montag war ein wechselhafter Tag. Mit Mike war ich wieder mal in Pucon Internet surfen und meine Website aktualisieren, Leo und Mani versuchten wieder mal ihr Glück im eineinhalb Stunden entfernten Temuco, ein Auto zu kaufen. Eigentlich hatten Mike und ich auch die Badesachen eingepackt um noch an den Strand zu gehen, nachdem am Nachmittag aber wieder Wolken aufgezogen waren, wurde daraus leider nichts. Abends kamen Leo und Mani recht frustriert wieder nach Hause, eh klar, ohne neuem Auto. Aber morgen würden sie es bekommen, um 10 Uhr. Dabei war aber immer noch die Ungewisse, ob denn die Kreditkarte wirklich den hohen Betrag zulässt. Abends warfen wir noch das Aggregat an und legten eine DVD ein, ein gemütlicher Fernsehabend mit einem Gläschen Wein. 

Was am Dienstag folgte, könnt ihr Euch vorstellen: Auto kaufen :). Als ich aufwachte, war das Haus leer, alle anderen waren nach Temuco gefahren. Es war wieder ein verregneter Vormittag, also holte ich mir meinen Tahiti-Führer und las mich ordentlich in Tahiti und Französisch Polynesien ein, bis zum späteren Nachmittag. Danach fuhr ich nach Pucon um im Internet noch etwas mehr über Tahiti und seine Inseln zu erfahren. Ich will nicht zuviel vorwegnehmen, bin aber mal gespannt was mich dort erwartet. Meine derzeitigen Pläne sind in der ersten Nacht am Flughafen zu übernachten (ich komme erst um halb 12 am Abend an) und morgens gleich eine der ersten Maschinen (fliegen stündlich) nach Mo’orea zu nehmen. Tahiti selbst soll eine nicht allzu attraktive Insel sein, hat auch keinen einzigen weißen Sandstrand, nur schwarze Sandstrände. Und das Wasser soll von Pape’ete, der Hauptstadt, in Mitleidenschaft gezogen sein, wie es bei jeder größeren Hafenstadt der Fall ist. Mo’orea ist nur wenige Kilometer entfernt (10 Minuten Flugzeit) und soll eine recht schöne Insel, auch mit schönen Stränden und Tauchplätzen sein. Die schönste größere Insel (abgesehen von den Atollen, die mehrere 10.000 US-Doller pro Woche kosten) dürfte Bora Bora sein, ist aber auch die teuerste und von Tahiti weit entfernt, ein Flug One-Way kostet rund 400 Euro und für das Schiff ist mir die Zeit zu schade. Aber mehr dazu dann, wenn ich es selbst erlebt habe, also zurück zum Dienstag. Nach stundenlanger Recherchen in meinem Reiseführer und im Internet war ich ziemlich geschlaucht und ging erst mal einen „Hamburgesa“ essen. Bei einem chilenischen Hamburger bitte aber nicht an Mc Donalds denken! So richtig mit viel Salat, Tomaten, Bohnen, Avocado, Aji, verschiedene Saucen usw. Beim Essen sah ich dann zufällig auch die anderen vier am Schaufenster vorbeigehen, die aus Temuco zurück gekommen waren und sich auch eine Stärkung im Lokal nebenan holten. Mit neuem Auto, aber schon mit Problemen bei höheren Drehzahlbereichen auf der Autobahn. Also: Am Freitag geht’s wieder ab nach Temuco in die Mitsubishi-Werkstatt. Die anderen fuhren schließlich wieder nach Hause, ich blieb noch etwas in der Stadt, schaute mir den (Ramsch-) Markt in der Nähe des Strandes an und ging noch etwas aus, quatschte mit den einen und den anderen. Bei dreien musste ich mich wieder einmal in altbewährter Weise mit Händen und Füßen verständigen, da keiner der Gruppe Englisch sprach. Nach zehn Minuten kamen wir aber drauf, dass eine von ihnen perfekt Deutsch sprach, ihre Eltern waren Deutsche. Lustig. 

Am Mittwoch folgte ein ebenso unspektakulärer Tag. Das Wetter war wieder wechselhaft, sodass man nicht wirklich viel unternehmen konnte. So wurden unsere Pläne zur Besteigung des Vulkans letztlich auch zunichte gemacht, da der Vulkan nur bei gutem und ruhigem Wetter bestiegen werden kann (oben liegt ja Schnee) und wir seit einigen Tagen schon täglich auf gute Verhältnisse warteten. Schade, aber das Wetter kann man sich eben nicht aussuchen. Auch wenn ich es nicht selbst erlebt habe, ein wenig dazu: Rauf lassen sie einen nur mit Bergführer und geeigneter Kleidung und Ausrüstung (Eispickel und Spikeschuhen sowie Sauerstoffflasche, falls es Schwefel und/oder Gase herunterdrückt). Abends wurde es dann aber nochmals richtig nett: Wir saßen alle gemeinsam nochmals bei einem Gläschen (bzw. etwas mehreren) zusammen, vor dem eingeheizten Kachelofen und dem angeworfenen offenen Kamin. Ricardo war auch gekommen und Mani wollte es nicht wahr haben, dass die Zeit so schnell vergangen war und er und Christl ab Freitag wieder alleine im Haus waren (Leo und Mike hatten ihren Flug auch am Freitag Morgen, allerdings ab Temuco).

Am Donnerstag schliefen wir alle nach dem „einen“ Gläschen etwas länger aus, danach war für mich erst mal Rucksack packen angesagt. Sehr erfreulich für mich: Mein Schmutzwäschesack hatte sich während meiner Tage hier dank Christl in einen Frischwäschesack verwandelt, sehr praktisch, Danke Christl! Danach fuhr ich mit Mani mit neuen Auto noch eine Runde über den Quilaco-Hügel um mich bei den anderen Tiroler zu verabschieden, anschließend ging’s eigentlich gleich schon Richtung Pucon, da wir am Vortag einen reisen Stau beobachtet hatten, diesen vermeiden wollten bzw. auch gemeinsam noch was essen. Ganz ohne Stau ging’s leider nicht, so blieben für mich leider nur noch wenige Minuten, um einen halben Hamburger zu verdrücken, dann ging’s für mich ab zum Bus. Im Bus klappte alles klaglos, fuhr pünktlich ab und kam am Morgen pünktlich um 06:05 Uhr in Santiago an. Der Bus hatte auch keine Klimaanlage, war ich froh. So war es auch eine angenehme Fahrt, nur komplett voll war der Bus – ich hatte den zweitletzten freien Platz, als ich am Mittwoch buchte. Im Gegensatz zum Pullman Bus kam mir der Turbus heute allerdings geräumiger bzw. mit mehr Beinfreiheit und einem größeren Klappwinkel der Rückenlehne vor, also angenehmer. Vom Busterminal gings dann mit einem Turbus Airportbus zum Flughafen, einchecken und alles klappte klaglos. Noch müde von der Busfahrt verpennte ich allerdings den Start und wachte erst mitten in der Luft wieder auf. 

Ganz allgemein zu Chile bzw. Pucon und Quilaco fällt mir sonst noch so ein (ich werde das ggf. noch erweitern, falls mir in den nächsten Tagen oder Wochen noch mehr einfällt): 

Als erstes möchte ich mich bei Manfred und Christl sehr herzlich bedanken, die mich so herzlich aufgenommen haben, natürlich auch bei Leo und Mike, die ja auch Teil des ganzen waren und mit denen ich auch viele lustige Stunden verbringen durfte. Im Vergleich zu den doch stressigen Großstädten davor war Quilaco ein Ort der Erholung, wo aber doch viel los war und ich einiges erlebte (man erinnere sich an Jetskifahren, Reiten, Canopy, Vulkanlandschaften, Thermalbecken, Ausgehen und viele, viele lustige Stunden gemeinsam). 

Eigentlich hätte ich mir in Chile ja auch die Atacama-Wüste im Norden angesehen. Nach einer Woche in Pucon musste ich aber feststellen, dass sich das zeitlich nicht mehr wirklich rentierte: Von Santiago aus wären es nochmals rund 1000 Kilometer in den Norden, also mindestens je zwei Nächte Busfahrt. Dafür wäre sich dann ein, maximal zwei Tage Wüste ausgegangen. Ziemlich erschöpft hätte ich dann wohl heute meinen Flug auf die Osterinseln angetreten. Das war auch der Grund, warum ich mich schließlich dagegen entschieden habe – da genieße ich lieber dann die Inseln anstatt dort einen Tag lang im Bett zu verbringen. 

Pucon selbst ist ein kleines, nettes Örtchen, geprägt vom Tourismus, insbesondere eine Urlaubsdestination für die Chilenen selbst, nicht nur Österreicher, auch wenn man mit Deutsch zum Teil durchkommt, da man immer wieder Leute findet, die Deutsch sprechen (es wird in einigen Schulen in der Umgebung sogar Deutsch unterrichtet), es haben sich auch viele Deutsche und Österreicher rund um Pucon dauerhaft nieder gelassen. Vom Klima her ist es etwa mit dem unserem (im Sommer) vergleichbar, nur etwas extremer (untertags wärmer, nachts kälter), auch Höhenunterschiede spürt man von der Temperatur her viel deutlicher. Im Winter soll es dort vor allem viel regnen, im Tal jedoch nicht wirklich schneien. Etwas zeitverzögert ist der Tag auch klimatisch, am wärmsten wird es eigentlich erst so zwischen vier und fünf am Nachmittag, das ist auch die Zeit, wann die meisten zum Strand gehen. 

Von der Mentalität her lassen sich Chilenen offensichtlich nie, wirklich gar nie in Stress bringen, alles geht seinen gemütlichen Weg, ich habe aber auch nie einen Chilenen schimpfen oder fluchen gehört. Wenn nicht heute, dann eben morgen oder übermorgen. Vielleicht auch erst nächste Woche. Oder das typische „in zehn Minuten“: Nach dem vierten Mal Nachfragen (also nach mindestens vier mal zehn Minuten) wird die Prognose auf „okay, in 15 Minuten“ korrigiert. Darüber darf man sich aber auch nicht ärgern, das ist einfach so und wenn man das nicht will, darf man nicht nach Chile fahren. Im Vergleich zu Brasilien ist das Kontakte knüpfen oder einfach mit jemandem ein Gespräch anfangen um einiges schwieriger, europäischer könnte man sagen, die Leute sind verschlossener bzw. schüchterner, die Offenherzigkeit und das Entgegenkommen der Leute in Brasilien war wahrscheinlich einmalig. Ich bin mal gespannt, wie das auf den verschiedenen Inseln wird. 

Den Chilenen kann man aber auch nicht nachsagen, dass sie faul wären, bemüht sind sie alle und arbeiten sicherlich viele Stunden am Tag, wohl aber etwas gemütlicher als wir in Österreich. Bettler habe ich bis auf einzelne körperbehinderte Leute in Santiago keine einzigen gesehen, fühlte mich auch nirgends unsicher, sicherlich einer großen Pluspunkte des Landes gegenüber den anderen südamerikanischen Ländern. Es gibt hier sicherlich auch sehr viele ärmlichere Familien, die meisten sind jedoch zufrieden mit dem was sie haben. So war es für Franzi, dem Stiefsohn des verstorbenen „Pferde-Hans“, allein ein Augenschmaus, das vorbereitete Fleisch bei unserem Grillfest zu sehen, abgesehen davon dann auch eines der Steaks zum Essen zu bekommen. Diese glücklichen Augen hättet ihr sehen müssen!

Was mir noch eingefallen ist: Ich war hier genau in der Hochsaison, in den Sommerferien der Chilenen quasi. Pucon ist dabei eines der beliebtesten Urlaubsziele der Chilenen, insbesondere junger Leute, speziell aus Santiago. Einige Wochen später würde es wieder ziemlich ruhig in der Stadt, meinten verschiedene. Ich für mich habe es somit (zufällig) perfekt getroffen, ich mags wenn viel los ist.  


Pucon


























Das Unfallauto







Therme von Pozones




Hacienda Tirol



Der Hafen von Pucon
Manni beim Fischen am Trancura

Lagerfeuer



Villarica-Vulkan
Caburga-See
Jetski


Vor dem Abendessen

Im Mamas & Tapas




Reittour


Wasserfälle


















Am Villarica-Strand














Grillfest






Canopy


Wasserfälle



Im Kamikaze