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20.01.

Jetzt habe ich ein paar Tage nicht geschrieben, war sozusagen schreibfaul. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber sagen, dass in den letzten Tagen extrem viel erlebt habe und rund um die Uhr was los war. Gerade sitze ich im Bus nach Sao Paulo und nutze die Zeit um die vergangenen Tage aufzuarbeiten. 

Nachdem ich an meinem ersten Tag in Rio schon sehr früh auf war, versuchte ich herauszufinden, wie das mit der Führung durch Rio wohl sei, welche ich mitgebucht hatte. JP, der Rezeptionist meiner Herberge, war mir da behilflich und telefonierte für mich herum und so wurde ich dann gleich um 10 Uhr abgeholt. Im Kleinbus mit anderen jungen Leuten aus anderen Herbergen gings dann quer durch Rio und seine Berge und Hügel, Murilo zeigte uns die einzelnen Stadtteile, den berühmtesten Wasserfall  von Rio, Cascatinha de Taunay, die berühmte Treppe von Selaron mit Fliesen aus über 40 Ländern, etc. Unser Weg führte uns auch zum Corcovado, der Christus-Statue, von wo aus man einen fantastischen Überblick über die ganze Stadt hatte. Leider war das Wetter recht diesig, sodass man keine so guten Fotos machen konnte, aber an vielen Tagen ist der Corcovado überhaupt mit Wolken umgeben, was noch schlechter gewesen wären. Sehr imposant ist, wie grün die ganze Stadt ist. Früher wurden die Wälder ausschließlich für Kaffeeplantagen verwendet, als jedoch das Wasser für die Bevölkerung zu knapp wurde, wurde der Kaffeeanbau eingestellt, die Plantagen abgerodet und verschiedenste Bäume aus allen Kontinenten angepflanzt, was sich schließlich zu einem imposanten Urwald entwickelte. Weiters sehr aufregend ist, dass Arme und Reiche so nah aneinander wohnen, teils oft Haus an Haus. Hinter teuren Hotels oder Geschäftshäusern stehen oft schon ärmliche Häuser, oder ganze Favelas. Die Favelas sollte man jedoch nicht mit Slums vergleichen, wie wir uns diese vorstellen. In den Favelas stehen einfach auf dichtestem Raum extrem ärmliche Häuser, aber alle gemauert und mit Dach, nicht nur irgendwelche Blechhütten, wie man meinen könnte. 

Zurück zur Sightseeing-Tour: Wir fuhren auch zum allbekannten Zuckerhut, wer hinauf wollte, konnte seine Tour dort beenden und hinauf fahren. Die anderen wurden zurück nach Ipanema, wo die Herbergen waren, gebracht. Ich entschied mich gegen den Zuckerhut, aus gutem Grund: Ich hatte zuvor bereits einen Drachenflug über Rio ausgemacht – verrückt, nicht? Von Alex und Nicole hatte ich zu Weihnachten nicht wenig „Kohle“ geschenkt bekommen, um auf meiner Reise etwas so richtig ausgefallenes zu machen – Danke, ich sage Euch das war wirklich toll! Mit dem Drachen über die Villen und Hotels von Rio zu fliegen und dann am Strand zu landen!!! Einfach genial!

Beim Drachenflug lernte ich dann vier Portugiesinnen kennen, die wohnten zufälligerweise gleich in einem Hotel um die Ecke. Also verabredeten wir uns auch gleich am Abend etwas gemeinsam zu machen und den coolen hang-gliding-Tag in allen Ehren ausklingen zu lassen. Die vier hatten auch Freunde in Rio, mit denen wir uns später trafen. Nach einer schnellen Dusche gings dann auf in den Norden von Rio auf einen richtig brasilianischen Markt, wo Touristen normalerweise nicht so wirklich hin kommen. Es waren dort auch einige Restaurants, in welchem wir schließlich klassisches brasilianisches Essen genießen durften. Genial! Ein Tipp: Wenn man zu viert ist, sollte man eine Portion für zwei oder maximal drei bestellen, sogar die schafft man nicht! Beim Essen kamen dann auch noch die in Rio wohnenden Freunde der vier Portugiesinnen dazu, nach dem Essen gings weiter nach Lapa, dem Ausgehviertel vom Rio. Fotos vom Essen oder von Lapa habe ich leider keine, da mir von mehreren Seiten sehr ans Herz gelegt wurde, nur mit soviel Bargeld wie nötig und sonst nichts nach Lapa zu fahren. Die Kriminalität dort ist einfach zu hoch. Was uns dort bot, übertraf sämtliche meiner Vorstellungen: Sämtliche Straßen gefüllt mit zehntausenden, wenn nicht hunderttausend jungen Leuten. Bars und Ständchen an allen Ecken und Enden, auch mitten auf den Straßen. Genial. Ein Besuch ist also allemal lohnenswert, natürlich am Wochenende. Es wurde mir gesagt, dass aber auch unter der Woche „einiges“ los sei. Nun erkannte ich auch, weshalb die anderen in der Herberge auch um zehn noch geschlafen hatten, als ich mich bereits zur Tour aufmachte: Das junge Leben in Rio ist extrem zeitversetzt, um 10 oder 11 am Abend geht man erst mal essen, danach noch fort. Im Bett war ich schließlich um fünf. Totmüde aber überglücklich vor lauter Emotionen und Eindrücken, die ich während dieses eindrucksvollen Tages gewonnen hatte. 

Am Samstag hatte ich mich für 12 Uhr ja mit Celeste, meiner Sitznachbarin vom Paris-Rio-Flug verabredet. Und sie kam tatsächlich, wie geplant mit ihrer Tochter, und pünktlich wie ausgemacht – entgegen den Spekulationen aller anderen. Sodann machten wir uns gleich auf, schnappten einen Bus, und fuhren zum Praia da Barra da Tijuca, einem Strand etwas südlich von Rio. Gewaltig sag ich Euch. Glasklares Wasser, herrlicher, weißer Sandstrand. Überraschender Weise auch extrem sauber. Im Nachhinein gesehen (bis dahin kannte ich die anderen Strände von Rio ja noch nicht wirklich), der wohl schönste Strand in Rio, auch weit schöner als die Copacabana. Celeste ist wohl etwas wasserscheu, sie erklärte mir, dass ihr immer so schnell zu kalt werde. Umso mehr freute sich die kleine Gabrielle, dass ich mit ihr im herrlichen Wasser war und auf den Wellen ritt. Auf all den Stränden sieht man mit Ausnahme der Surfer nie jemanden außerhalb jenes Bereichs, in welchem man noch stehen kann. Wie ich später erfuhr, können die Brasilianer kaum Schwimmen, auch Schwimmschulen gibt es nicht wirklich. Ist doch interessant!

Die beiden begleiteten mich schließlich wieder zurück in die Herberge, auf dem Weg dorthin aßen wir einen Happen. Abends gingen wir dann mit JP, seiner Freundin und anderen aus den Jugendherbergen zu einer Samba Scool nach Mangueira. Im Vorfeld war mir nicht ganz klar, was mich dort erwartete, am Ende war es wieder ein Eindruck mehr, welchen ich mein Leben lang nicht vergessen werde: Zur Erklärung: Die Samba Scools gibt es ausschließlich in den Favelas, da der Samba die Musik der armen Leute ist und von dort her kommt. Also mussten wir mitten in eines der großen Favelas. Dort angekommen vorbei an tausenden jungen Leuten, die dort wohnten, und den Samstag Abend auf der Straße mit anderen feierten. Die Samba School bot sich als kleines Stadion, vergleichbar mit einer großen Turnhalle, wo man auch ringsherum vom 1. Stock Überblick über die gesamte Halle hatte. In der Halle dicht gedrängt einige hundert Leute, die dem Rhythmus des live gespielten Sambas folgten. Extrem laut, aber auch extrem eindrucksvoll. Die Stimmung und die Musik geht in einen völlig über. Man schafft es auch nicht, untätig da zu stehen, die Stimmung reißt einen förmlich mit. Zurück gings dann per Taxi um vier. Etwas schauerlich für mich war, wie viele Kinder zu dieser Zeit auch noch auf den Straßen im Favella unterwegs waren, großteils nicht mal 10 Jahre alt. 

Für Sonntag hätte ich eigentlich mit Celeste und Gabriella wieder einen Strandnachmittag vereinbart gehabt, nur diesmal wurde ich nicht abgeholt. Ich nutzte die Zeit, um im Brasilien-Führer mir alles bei der Führung Erlebte nochmals zu Gemüte zu führen. Den späteren Nachmittag verbrachte ich schließlich vor meinem Netbook mit der weiteren Planung für die kommenden Tage, dem Transfer nach Sao Paulo, Kontakte zu anderen Fiabci-Mitgliedern usw. Da rief mich schließlich Celeste auch an und entschuldigte sich, dass sie nicht kommen konnte, irgendwie war etwas mit ihrer Mutter, wenn ich es richtig verstanden habe. Per MSN und der Verwendung von Google Translator entschuldigte sie sich nochmals und bat darum, ob wir uns nicht am Montag treffen konnten. Eigentlich hätte ich geplant gehabt, am Montag bereits den Buch nach Sao Paulo zu nehmen, aber auch JP meinte, dass ein Nachmittag in Sao Paulo wahrscheinlich ausreiche, es gebe dort außer Hochhäusern bzw. Museen und Theatern, sofern einen diese überhaupt interessieren, nicht allzu viel zu sehen. Da ich weder Theater noch Museum geplant hatte, entschied ich mich doch einen Tag länger in Rio zu bleiben und eine weitere Privatführung durch die Stadt zu genießen, auch wenn es mit der Übersetzung nicht immer so klappte. 

Am Abend war ich schließlich noch mit Alana und Jana, zwei Mädels aus Sydney, essen, wieder Brasilianisch, Churrasco wird es genannt: duzende geniale Fleischsorten die direkt auf dein Teller serviert und frischer heruntergeschnitten werden. Ich muss erst rausfinden, wie das Essen heißt, ist aber jedenfalls empfehlenswert, genial und unvergleichbar mit europäischem Fleisch. Später kamen dann auch noch ein Belgier, Tele, ein Brasilianer und Rodrigo, ein Chilene dazu. Nach dem Essen gings noch schnell in eine Bar für einen Caipirinha und danach, mal etwas früher, um drei oder so, ins Bett. 

Nachdem ich ja diesmal so „früh“ schon schlafen gegangen war, machte ich mich schon um kurz nach acht auf den Weg. Nachdem Sebastiao, der zweite Rezeptzionist, für mich beim Fiabci-Kollegen angerufen hatte und nachgefragt hatte, ob der heute wohl da sei, machte ich mich auf den Weg nach Centro, Downtown von Rio quasi, gab mir das Geschäftsviertel und besuchte Herrn Costa, einen Hausverwalter aus Rio. Nach Angabe der Fiabci-Webseite sollte dieser eigentlich Englisch sprechen, na ja, seine Englischkenntnisse waren in etwa so gut wie die von Celeste. Aber was wäre er nicht ein Verwalter, wenn er nicht organisieren könnte. Fünf Minuten später kam ein Kollege von ihm, der zwar seit seinem 15. Lebensjahr nicht mehr Englisch gesprochen hatte, mit dem ich mich aber schließlich verständigen konnte. Wir drei plauderten etwa eine Stunde lange, insbesondere interessierte mich auch, wie die Favelas funktionieren. Als Antwort bekam ich die selbe, die ich auch von Nicht-Immobilienfachleuten erhielt: Es gibt dort kein System. Die Leute wohnen einfach dort. Der Strom ist irgendwo angezapft, das Internet auch. Fürs Wasser, wenn vorhanden, bezahlen sie nichts, Abwasser gibt es nicht immer. 

Nach dem freundlichen Gespräch fuhr mich der englisch sprechende Kollege dann mit dem Taxi zum Fuße des Zuckerhuts, sogar die Übernahme der Kosten für das Taxi war ihm ein Anliegen. Total nett. Arbeiten könnte er später auch, meinte er, deshalb würde er mich dorthin begleiten. 20 Minuten später waren wir dann auch schon da und ich fuhr mit den zwei Gondeln auf den Zuckerhut. Die Aussicht vom Corcovado hat mir jedoch etwas besser gefallen, auch wenn die Sicht damals durch die hohe Luftfeuchtigkeit noch stärker getrübt war. Eine tolle Aussicht war jedenfalls dennoch geboten, insbesondere auch auf die Copacobana. Nach dem Zuckerhut ging’s mit dem Bus wieder zurück zum Hostel, um zwei hatte ich ja mit Celeste ausgemacht. Vielleicht noch was zum Busfahren in Rio: Also ich glaube, dass mein Drachenflug um ein vielfaches sicherer ist, als das Busfahren in Rio. Die gasen so richtig durch die Stadt, man könnte fast meinen, dass sie mit den Taxis um die Wette fahren, wobei die Busse sogar gewinnen. So einen Fahrstil gäb’s bei uns nie :). Im Bus sitzt hinter dem Fahrer auch immer noch eigens eine Kassiererin, eine Fahrt (egal wohin) kostet 2,20 Reais, umgerechnet etwa 70 Cent. Ganz allgemein fällt auf, dass überall sehr viel (Hilfs-) Personal ist. Sei es im Geschäft, wo es Leute gibt, die dir eigens den Einkauf in Tüten verpacken, als Wachpersonal vor ALLEN Häusern, seien es Leute, die im Lift für dich das den Knopf für das Stockwerk drücken und dann auf den Knopf dass die Türe zu geht. Viel bekommen die sicher nicht bezahlt, aber wenigstens haben sie überhaupt einen Job. Wir, also die vier Portugiesinnen, haben auch mit unserem Fahrer vom Drachenflug geredet, der wohnt nämlich selbst in einem Favella. Er meinte, dass 99 Prozent der Leute, die in den Favelas leben, ganz normal wie alle anderen zur Arbeit gehen und ihr Geld verdienen, das restliche Prozent seien die Kriminellen, die für all das Schlechte verantwortlich wären. Für ihn selbst ist es ganz normal, dort zu wohnen. 

Gut, zurück zu meinem „Date“ um 14 Uhr. Wir kamen zufällig beide gleichzeitig beim Hostel an, trafen uns bereits vor dem Eingang. Ich holte mir nur noch schnell was anderes zum Anziehen und los gings. Per pedes gings dann ab zum Strand von Ipanema, und langsam dann rüber zum Strand von Copacabana. Also ... auch ich war an der Copacabana! Wir spazierten aber nur dort entlang, an den Strand liegen oder ins Wasser gehen war nicht angesagt, da wir beide noch einen (ich leichten, sie mehr) Sonnenbrand von Samstag hatten. An einer Strandbar an der Copacabana gab’s dann Caipirinha und eine kleine Stärkung. Quer durch die Stadt latschten wir dann wieder zurück, um uns ein wenig vor der aggressiven Sonne zu schützen. Wartend auf ihren Bus nach Hause gab’s dann noch ein Eis und ein gemütliches Gläschen Wein. Den restlichen Abend verbrachte ich dann eigentlich nur noch mit Packen und alles für den Transfer nach Sao Paulo vorzubereiten und zu organisieren. Ein kleiner Tipp: Als Ausländer braucht ihr gar nicht versuchen, eine Reservierung für einen (Langstrecken-) Bus in Brasilien oder Chile vorzunehmen. Das geht nämlich nicht, was ich nach einigen Stunden an Aufwendungen feststellen musste. Den Hintergrund verstehe ich nicht wirklich. Jedenfalls müsste man eine inländische Adresse und Telefonnummer angeben, bei der dann auch tatsächlich angerufen wird. Gerüchteweise habe ich gehört, dass sie den ausländischen Kreditkarten nicht trauen. Gut, nachdem ich dann heute früh aufstehen musste, ging’s etwas früher ins Bett. 

Der heutige Tag begann mit meinem Wecker um dreiviertel sieben. Danach mit dem Bus 40 Minuten lang zum großen Busbahnhof im Norden der Stadt. Beim Busfahren, auch schon im Bus von Zuckerhut zum Hostel leistete mir mein GPS-Handy gute Dienste, da ich immer mitverfolgen konnte, wo ich gerade war und wann ich aussteigen musste. Ansonsten hast du relativ wenig Chancen, wenn man sich nicht auskennt. Aber keine Angst: Wenn ich die Kassierin gefragt hätte, wäre sie mir sicherlich behilflich gewesen und mir ein Zeichen gegeben, wenn ich aussteigen musste. Was beim Busfahren auch ganz witzig und für uns nicht allzu gewohnt ist: Wenn der Bus an einem vorbei fährt und man ihm Winkt, hält er für dich an, ganz egal ob dort eine Haltestelle ist oder nicht. Ganz egal ob viel Verkehr oder wenig, ganz egal ob er gerade schnell unterwegs ist oder langsam. Jeder Fahrgast ist willkommen. Trotzdem kommt man mit dem Bus ungewohnt zügig an sein Ziel (siehe meine beschriebene Fahrweise).

Am Busterminal angekommen, klappte auch dort alles ohne Probleme, der Bus fuhr dann auch gleich mal ein und man konnte einsteigen. Mittlerweile habe ich auch im Hostel in Sao Paulo eingecheckt und stelle gerade noch ein paar Files für unsere Vereinshomepage online. Hierher ging’s per Metro (U-Bahn). Das Hostel hier ist nicht wirklich vergleichbar mit dem in Rio, um vieles größer, professioneller und sauberer. Ist, so denke ich, das bekannteste und größte Hostel in Sao Paulo. Jetzt werde ich mich noch auf in die Stadt machen und versuchen, auf eines der höchsten Gebäude zu kommen, dem Edificio Italia mit 165m Höhe. Für morgen Früh habe ich mir ein Taxi reservieren lassen, los geht’s um 05:00 Uhr Richtung Flughafen. Die Flughafen-Busse fahren um diese Zeit noch nicht.

Der Ausflug in die Stadt gerade eben war auch eine neue Erfahrung. Auf den Edificio Italiana bin ich auch ohne Probleme rauf gekommen. Im Reiseführer stand zwar irgendwas von einer Speiseverpflichtung, wenn man die Aussicht vom Restaurant aus genießen wolle, doch ins Restaurant kam man ohne vorherige Reservierung schon gar nicht, in die Bar im aller obersten Geschoss dafür ohne Probleme. Dort durfte man auch Fotos schießen und einfach wieder gehen. Ich hätte dort sogar eine Kleinigkeit zum Abschluss des Tages getrunken, aber 18 Reais für einen Cocktail und dann noch zusätzlich 15 nur so als einmalige Zusatzgebühr pro Person fand ich dann doch ein wenig übertrieben. Der Ausblick war aber ein Erlebnis: In einigen Richtungen reichten die Häuser bis zum Horizont, etwas anderes als Stadt war nicht zu sehen, und das aus 165m Höhe. Ein witziges Erlebnis hatte ich später dann auch noch: Ich traf jemanden, den ich schon kannte! Und das in der drittgrößten Stadt der Welt mit über zehn Millionen Einwohnern. Ein älterer Herr, der mit mir im selben Bus nach Sao Paulo gefahren war und der mir vor der Fahrt beim Ausfüllen des brasilianischen Ticketformulars ein wenig geholfen hatte. Nachdem wir nur mit einem „Oi“ (Hallo) und einem Schmunzeln aneinander vorbeigegangen waren, lief er mir noch einmal nach, um mich zu warnen, dass die Kriminalität in der Stadt recht hoch sei und ich die Augen offen halten und auf mich aufpassen sollte. Auch wenn es heißt, dass in Rio die Kriminalität höher sei, fühlte ich mich in Rio sicherer als hier. Vielleicht bildete ich mir das zwar auch nur ein, vielleicht lag es aber auch daran, dass Ipanema eines der sichersten Viertel in Rio war und man wusste, dass man in manch andere Viertel nur mit wenig Bargeld im Sack gehen sollte. Auch ein zweiter Mann sprach mich auf der Straße an, wenn ich ihn richtig verstanden habe, meinte er, dass ich meine Armbanduhr nicht tragen sollte. Im Vergleich zu Rio ist hier in Sao Paulo alles um einiges geordneter und nicht so verspielt wie in Rio. Dass es dafür sauberer oder sicherer wäre, könnte ich nicht behaupten. Aber vielleicht habe ich auch nur zu wenig von Sao Paulo gesehen. Dass ich länger als ursprünglich geplant in Rio geblieben war, vermisse ich noch keine Sekunde. 

Jetzt warte ich gerade, dass ich in mein Zimmer komme. Es steckt dort nämlich ein Schlüssel im Schloss, welcher sich nicht mehr drehen lies und dann vom Rezeptionist abgebrochen wurde. Das erinnert mich an Miami, wo ich mit Sabrina am Silvesterabend am Gang warten musste, da der Schließmechanismus der Zimmertür nicht mehr funktionierte und die Türe aufgebrochen werden musste. Ich hoffe, dass die das bald reparieren können, da ich schon langsam müde werde und morgen doch früh raus muss.

 












Cascatinha de Taunay
Treppe von Selaron
Corcovado




Floresta da Tijukca


Favelas







Drachenflug
































Mit Gabrielle am Strand
Am Praia da Barra da Tijuca






Samba Scool in Mangueira




























Beim Churrasco essen









Rio Centro











Ab auf den Zuckerhut






















Praia de Ipanema


Praia de Copacabana























Sao Paulo at Google Maps
Sao Paulo Hostel







Edificio Italiana